Seelsorger in Wien

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Studie fragt: Wie geht es Seelsorgern in Wien?

Studie fragt: Wie geht es Seelsorgern in Wien? | Jahre des Missbrauchs: Ein pädophiler Priester und sein Opfer | „Da muss sich etwas ändern…“ – 500 Jahre Reformation | „Kein Buch über Auschwitz“ – Manfred Lütz im Gespräch

Sendungsprofil Orientierung

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Sendungshinweis

„Orientierung“ am Sonntag,
26.02.2016, 12.30 Uhr, ORF 2
Wiederholung am 28.02.2017, 10.30 Uhr, ORF III

Studie fragt: Wie geht es Seelsorgern in Wien?

Wiens Seelsorgern geht es im Großen und Ganzen gut, Skepsis hegen aber viele gegenüber diözesanen Strukturveränderungen in der römisch-katholischen Kirche.

Das sind zwei zentrale Ergebnisse einer umfangreichen Befragung, die sich an mehr als 1360 hauptamtliche Seelsorger und Seelsorgerinnen der Erzdiözese Wien gerichtet hat: Priester, Ordenspriester in diözesaner Funktion, Diakone sowie - auf Seite der Laien - Pastoralassistentinnen, Krankenhausseelsorger und Jugendleiterinnen.

Den Fragebogen haben schließlich etwas mehr als die Hälfte der Befragten ausgefüllt zurückgeschickt. Als erste Konsequenz der nicht in allen Teilen öffentlichen Studie wollen Pastoralamtsleiterin Veronika Prüller-Jagenteufel und Generalvikar Nikolaus Krasa Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter – so die Ankündigung - mehr ihren Talenten und Qualifikationen entsprechend beschäftigen.

Die „Orientierung“ hat eine Priester-Wohngemeinschaft in Laa an der Thaya und die neue Pfarre “Zur frohen Botschaft” in Wien besucht und mit den kirchlichen Seelsorgerinnen und Seelsorgern über ihren Beruf und die veröffentlichten Ergebnisse der Studie gesprochen.

Bericht: Marcus Marschalek, Länge: 7 Minuten

Im „Orientierung“-Studiogespräch anlässlich der neuen Seelsorger-Studie: Pfarrer Helmut Schüller, u.a. Mit-Initiator der österreichischen Pfarrer-Initiative, Universitätsseelsorger und Pfarrer von Probstdorf in Niederösterreich.

Jahre des Missbrauchs: Ein pädophiler Priester und sein Opfer

Vier Jahre lang wurde Daniel Pittet als Kind - als junger Ministrant - in Fribourg in der Schweiz von einem Priester missbraucht - mehr als 200 Mal. Bis heute leidet der mittlerweile 57-Jährige unter den Folgen der jahrelangen Misshandlungen.

Dass der Kapuzinerpater Joel A. sich immer wieder an minderjährigen Buben verging, war zwar bekannt, doch er wurde lange Zeit nicht belangt, sondern von der Ordensführung lediglich versetzt. Erst im Jahr 2012 wurde er von einem Gericht rechtskräftig verurteilt – zu zwei Jahren bedingter Haft.

Die meisten Taten waren zu diesem Zeitpunkt bereits verjährt. Heute lebt Joel A. im Kapuzinerkloster Wil in der Deutschschweiz. Dort hat ihn auch Daniel Pittet besucht und mit ihm gesprochen.

Seine traumatischen Erfahrungen hat Pittet nun in einem Buch geschildert und aufgearbeitet. Der Titel: „Mon Père, je vous pardonne“ („Ich vergebe Ihnen, Pater“). In dem Buch, zu dem Papst Franziskus das Vorwort verfasst hat, nimmt auch Pater Joel A. zu seinen Taten Stellung.

Heute, so ist zu lesen, sei er sich im Klaren darüber, welches Leid er seinen Opfern zugefügt habe. Und im Interview mit dem Schweizer Fernsehen (SRF) sagt er: „Ich war wie ein Raubtier. (….) Mein großer Fehler war, dass ich nie zu einem Therapeuten gegangen bin.“

Bericht: Remi Bütler, Rolf Dietrich, Länge: 4 Minuten

„Da muss sich etwas ändern…“ – 500 Jahre Reformation

“Da muss sich etwas ändern”. Das hat Martin Luther - etwas salopp formuliert - im Jahr 1517 von Kirche und Gesellschaft mit seinen Thesen gefordert.

500 Jahre später begehen die evangelischen Kirchen nun das Reformationsjubiläum. Die „Orientierung“ fragt aus diesem Anlass, was sich denn heute ändern sollte. Seit Jahresbeginn macht ein Team der „Orientierung“ an sehr unterschiedlichen Orten in ganz Österreich Station und fragt nach den Veränderungswünschen von Menschen.

Auf der Skipiste am Stuhleck in der Steiermark waren dabei das Verhalten und die Haltung von Politikern sowie der Umgang mit Menschen auf der Flucht wichtige Themen.

Gestaltung: Marcus Marschalek, Länge: 3 Minuten

„Kein Buch über Auschwitz“ – Manfred Lütz im Gespräch

„Der blockierte Riese. Psycho-Analyse der katholischen Kirche“, „Irre! Wir behandeln die Falschen. Unser Problem sind die Normalen“. „Lebenslust, Wider die Diät-Sadisten, den Gesundheitswahn und den Fitness-Kult“ und „Wie Sie unvermeidlich glücklich werden – Eine Psychologie des Gelingens“, das sind nur einige der Bücher mit markantem Titel von Manfred Lütz, die in den vergangenen Jahren zu Bestsellern geworden sind.

Der Psychiater, Theologe und Kabarettist unterhält und regt die Leserschaft zum Nachdenken an. Als Ratgeberliteratur, darauf legt Lütz besonderen Wert, will er seine Werke nicht verstanden wissen. „Solange wir leben, müssen wir uns entscheiden“, so lautet der Titel des jüngsten Buches von Manfred Lütz.

Darin zu finden sind Aufzeichnungen eines Gesprächs mit dem Auschwitz-Überlebenden Jehuda Bacon. Kein Buch über Auschwitz sei es, so Lütz, sondern darüber, dass es in jedem Menschen einen „unauslöschlichen, göttlichen Funken“ gebe. Über dieses neue Buch, aber auch seine bisherigen Werke und die aktuelle Verfasstheit der römisch-katholischen Kirche, spricht Manfred Lütz in diesem „Orientierung“-Interview.

Das Gespräch wird in voller Länge am Aschermittwoch, dem 1. März, ab 19 Uhr in ORF III ausgestrahlt.

Gestaltung: Christoph Riedl-Daser, Länge: 7 Minuten

Moderation: Christoph Riedl-Daser
Redaktionsleitung: Norbert Steidl