Schottland BREXIT Christen

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Im Schatten des Brexit: Schottlands Christen suchen neue Wege

Im Schatten des Brexit: Schottlands Christen suchen neue Wege | „Hymnen an den Islam“: Der Musiker Youssou N`Dour und sein Glaube | Gedenken im Burgenland: Erinnerungen an jüdische Gemeinde | „Freiraum für Körper und Geist“: Fasten im Kloster Wernberg

Sendungsprofil Orientierung

ORF

Sendungshinweis

„Orientierung“ am Sonntag,
02.04.2016, 12.30 Uhr, ORF 2
Wiederholung am 04.04.2017, 10.35 Uhr, ORF III

Im Schatten des Brexit: Schottlands Christen suchen neue Wege

Es wird ernst mit dem Brexit: Am vergangenen Mittwoch ist der „Abschiedsbrief“ aus London in Brüssel eingelangt, der nun den langwierigen Prozess des Austritts von Großbritannien aus der EU in Gang setzt.

Wenig glücklich ist darüber ein Großteil der Schotten. Sie haben sich mit deutlicher Mehrheit für ein Ja zur EU ausgesprochen. Und planen – so der Beschluss des Regionalparlaments am Dienstag – ein weiteres Referendum, mit dem über den Verbleib bei Großbritannien abgestimmt werden soll.

Schottland hat, so sagt „Orientierung“-Gesprächspartner Richard Frazer, schon seit der Zeit der Reformation im 16. Jahrhundert eine starke Verbindung zu Europa. Rund ein Drittel der Schottinnen und Schotten gehört der evangelisch-reformierten Church of Scotland an.

Christen in Schottland machen sich – im Gegensatz zur britischen Regierung - besonders für Flüchtlinge stark. Und viele von ihnen engagieren sich auch in der Flüchtlingshilfe.

EU-Skepsis und Sympathien für den Brexit, so wird das auch aus Pfarren berichtet, sind unter schottischen Fischern anzutreffen: Sie sehen sich als Opfer einer „fehlgeleiteten EU-Politik“. Auf Arbeitskräfte aus dem Ausland will aber auch die Fischerei-Industrie künftig nicht verzichten.

Bericht: Detlef Urban, Länge: 9 Minuten

„Hymnen an den Islam“: Der Musiker Youssou N`Dour und sein Glaube

Als musikalischer Weltstar und „inoffizieller Botschafter seines Kontinents“ gilt der senegalesische Künstler Youssou N’Dour. Am vergangenen Wochenende war er nun im Wiener Konzerthaus zu Gast – und begeisterte, gemeinsam mit seiner 14-köpfigen Band, das Publikum.

Youssou N’Dour ist aber nicht nur ein begnadeter Sänger, sondern auch ein engagierter Wegbereiter für einen weltoffenen, toleranten und friedvollen Islam. Seine Lieder möchte er als Aufruf zu wechselseitigem Respekt verstanden wissen.

Einen Respekt, den er nicht zuletzt aus seinem Glauben schöpft – einem Islam, wie ihn der große Sufi-Orden der Mouriden in seiner Heimat Senegal pflegt. Dort war Youssou N’Dour übrigens auch kurzzeitig in hoher politischer Funktion tätig: als Kulturminister.

Bericht: Werner Zips, Länge: 6 Minuten

Gedenken im Burgenland: Erinnerungen an jüdische Gemeinde

Jüdische Gemeinde gibt es keine mehr im heutigen Burgenland. Verfolgt, vertrieben oder in den Tod geschickt wurden viele burgenländische Jüdinnen und Juden in den Jahren der NS-Schreckensherrschaft ab 1938.

Die Erinnerung an das Leben früher, in den „Schtetln“ der so genannten jüdischen Siebengemeinden (Schewa Kehilot), wird in jüngster Zeit neu belebt. So wurde im vergangenen Jahr in Frauenkirchen ein „Garten der Erinnerung“ eröffnet. Eine Gedenkstätte an jenem Ort, an dem einst die Synagoge stand.

In Kobersdorf ist demnächst Baubeginn für ein Denkmal zur Erinnerung an die frühere jüdische Gemeinde - im Nahbereich der bröckelnden Synagoge. Und im Zentrum der Bezirkshauptstadt Mattersburg soll ebenfalls noch in diesem Jahr ein Denkmal errichtet werden.

Die Initiative „Wir erinnern“, angeführt von dem Wiener Unternehmer Michael Feyer, zeichnet dafür verantwortlich. Bereits seit 25 Jahren wird auf Betreiben der Gedenkinitiative RE.F.U.G.I.U.S alljährlich im März in Rechnitz der Opfer des Südostwallbaus gedacht: beim Kreuzstadl am Ortsrand, wo im März 1945 – kurz vor Kriegsende - etwa 180 ungarisch-jüdische Zwangsarbeiter ermordet wurden.

Bericht: Erich Schneller, Länge: 3 Minuten

„Freiraum für Körper und Geist“: Fasten im Kloster Wernberg

Anlässlich der christlichen Fastenzeit für ein paar Tage ins Kloster zu gehen, sich eine „Auszeit“ vom Berufsstress zu gönnen - Angebote wie diese, als Alternative zu konventionellen „Wellness-Wochen“, gewinnen zunehmend an Attraktivität. Ein Beispiel dafür liefert das Kloster Wernberg in Kärnten – unweit von Villach.

Unterstützt durch Fastentrainer Hans Hermann, spirituell begleitet durch die Ordensfrau Monika Pfaffenlehner, hat eine Gruppe von Menschen eine Woche der vorösterlichen Fastenzeit im Kloster verbracht. Die „Orientierung“ hat sie dabei einen Tag lang begleitet: vom „Erwachen mit allen Sinnen“ – der Morgengymnastik, dem bewussten Verzicht auf „Feststoffliches“ - über das „Körpergebet“ bis zu Meditation und Wandern.

Den Teilnehmerinnen und Teilnehmern ging es dabei weniger um das Abnehmen, vielmehr darum, einfach loszulassen, den Alltag zu hinterfragen und Erkenntnisse über sich selbst zu gewinnen.

Bericht: Klaus Ther, Länge: 7 Minuten

Moderation: Christoph Riedl-Daser
Redaktionsleitung: Norbert Steidl