Ordination

Die Einhebung in ein Amt der christlichen Kirche

Mit einer Ordination wird, meist im Rahmen einer feierlichen Zeremonie, ein Amt übergeben. Dieser Akt setzt eine kirchliche Ordnung voraus, in der festgelegt ist, wer die Kompetenz zur Amtsübergabe hat und welche Bedingungen der Empfänger erfüllen muss.

Die Bestellung von Pfarrer und Pfarrerinnen in den Kirchen der Reformation geschieht durch Ordination, die ein Bischof oder ein Superintendent (Diözesanbischof) durch Handauflegung vornimmt. Legt eine ordinierte Person ihr Amt nieder und nimmt es später wieder auf, so bedarf es keiner neuerlichen Ordination.

In katholischer Kirche Ordination immer eine Weihe

In der römisch-katholische Kirche ist die Ordination immer mit einer Weihe verbunden. Die Priesterweihe gilt als eines der sieben Sakramente. Nur der Bischof kann die Priesterweihe vollziehen. Sie bewirkt gemäß katholischer Theologie ein „unauslöschliches Siegel“, das heißt: Wer zum Priester geweiht ist, bleibt immer Priester, auch wenn er aus dem Amt ausscheidet, sei es aus eigenem Willen, oder weil er eine der Bedingungen nicht mehr erfüllt.

Ordinationszeremonie im Vatikan
Reuters/Alessandro Bianchi
Papst Franziskus weiht katholische Priester im Petersdom im Vatikan.

Die römische Kirche hält daran fest, dass ihre Priester ehelos leben müssen (Zölibat). Es gibt jedoch Ausnahmen: In den mit Rom unierten Ostkirchen sind die Priester ebenso verheiratet wie anglikanische und evangelische Pastoren, die zum Katholizismus konvertiert sind. Der Weg zur Priesterweihe ist mehrstufig und führt über die niederen Weihen zum Diakonat und zum Priesteramt.

„Weihe“ als Ausdruck für Segnung

Darüber hinaus ist „Weihe“ zu einem sehr allgemeinen Begriff geworden. Neue Kirchengebäude werden ebenso geweiht wie Speisen zu Ostern, es gibt Tier- und Autoweihen. All das hat nichts mit Sakramenten zu tun. Es handelt sich vielmehr um Segnungen, in denen zum Ausdruck kommt, dass für etwas gedankt wird, was den Menschen hilfreich sein soll. „Denn alles, was Gott geschaffen hat, ist gut und nichts ist verwerflich, wenn es mit Dank genossen wird“ (1 Tim 4, 4).

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