Weltkirchenrat verurteilt Angriff auf Moschee

Der Generalsekretär des Weltkirchenrates (ÖRK), Olav Fykse Tveit, hat den Angriff auf eine Moschee nahe der norwegischen Hauptstadt Oslo verurteilt. Am Samstag hatte eine bewaffneter Mann die Al-Noor-Moschee angegriffen und um sich geschossen.

„Niemand sollte Angst haben müssen, beim Beten attackiert zu werden“, mahnte der selbst aus Norwegen stammende Fykse Tveit in einem am Sonntag auf der ÖRK-Website veröffentlichten Statement. Menschen aller Religionen müssten angesichts derartiger Angriffe zusammenstehen, so der lutherische Pastor.

Am Vorabend des islamischen Opferfestes hatte ein bewaffneter Mann eine Moschee angegriffen. Er wurde von einem der Gläubigen am Samstagabend überwältigt und dann festgenommen. In seiner Wohnung fand die Polizei später die Leiche seiner 17-jährigen Stiefschwester. Der Mann verweigerte bei mehreren Vernehmungen die Aussage. „Er möchte immer noch keine Erklärung abgeben“, sagte Oslos stellvertretende Polizeichefin Grete Lien Metlid der Deutschen Presse-Agentur am Sonntagabend. Die Polizei wertete die Tat am Sonntag als versuchten Terrorakt.

Unterstützung aus der Bevölkerung

Die Umstände des Angriffs legen nahe, dass der Täter in der Moschee möglicherweise ein größeres Blutvergießen anrichten wollte. Für mehr als eine Milliarde Muslime weltweit begann am Sonntag das Opferfest Eid al-Adha, das wichtigste Fest im Islam. Norwegens Ministerpräsidentin Erna Solberg besuchte Mitglieder der Gemeinde in Baerum, die sich zum Feiern in einem Hotel versammelt hatten.

Menschen stehen in Solidarität mit Muslimen rund um ein Moscheegebäude in Oslo.
APA/AFP/NTB Scanpix/Fredrik Hagen
Zahlreiche Menschen zeigten ihre Solidarität mit der muslimischen Bevölkerung und stellten sich rund um die Al-Noor-Moschee in Oslo ]

„Was passiert ist, ist etwas, das in Norwegen nicht passieren sollte. Norwegen ist ein sicherer Ort“, sagte Solberg. In Oslo versammelten sich mehrere Dutzend Menschen vor dem Islamische Kulturzentrum, um ihre Unterstützung für die Glaubensgemeinschaft zum Ausdruck zu bringen.

Rechtsextremes Motiv vermutet

„Die Ermittlungen haben ergeben, dass der Täter rechtsextremistische Ansichten hatte“, sagte Polizeisprecher Rune Skjold am Sonntag. Der Mann habe Sympathie für den norwegischen Politiker Vidkun Quisling (1887-1945) zum Ausdruck gebracht, der im Zweiten Weltkrieg eine von den deutschen Besatzern abhängige Regierung führte und dessen Name zum Synonym für Kollaborateure wurde. Der Festgenommene habe auch eine feindselige Haltung gegen Einwanderer. Die Polizei arbeite weiterhin daran, ein komplettes Profil über den Mann zu erstellen, sagte die stellvertretende Polizeichefin Metlid.

Laut Medienberichten hatte der Mann sich vor der Tat lobend über den Terroranschlag auf zwei Moscheen im neuseeländischen Christchurch geäußert, bei dem ein Rechtsextremist im März 51 Menschen erschossen und weitere 50 verletzt hatte. Die Polizei kündigte nach dem Angriff an, erhöhte Präsenz vor anderen Moscheen des Landes zu zeigen. Es seien aber keine „konkreten Drohungen“ bekannt, teilte die nationale Polizeiführung am Sonntag mit.

religion.ORF.at/KAP/dpa

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