Kirche: Leben in Nigeria für Bevölkerung zu unsicher

Familien sind selbst in ihren eigenen vier Wänden nicht mehr sicher; die Gefahr von Entführungen ist allgegenwärtig. Das hat Ignatius Kaigama (61), Koadjutorerzbischof von Abuja der Tageszeitung „Vanguard“ am Montag gesagt.

Kaigma, der bisher Erzbischof von Jos war, hat die schlechte Sicherheitslage in Nigeria kritisiert. Die Versprechungen der Regierung, mehr Sicherheit zu schaffen, machten sich im Alltag nicht bemerkbar. Diese müsse verstärkt verlässliche Daten über Verbrechen veröffentlichen.

Mit Blick auf Diskussionen über eine Islamisierung des Landes betonte Kaigama, er gehe nicht davon aus, dass Präsident Muhammadu Buhari entsprechende Pläne habe. Er forderte die Regierung jedoch auf, Fragen rund um das Thema Religion mit Fingerspitzengefühl zu behandeln. So müssten etwa politische Ämter und Leitungsstellen in Behörden zwischen Christen und Muslimen gleichmäßig verteilt sein, damit sich jeder im Land repräsentiert fühle.

Ignatius Kaigama (61), Koadjutorerzbischof von Abuja (Nigeria)
APA/AFP/Jesco Denzel
Bischof Ignatius Kaigama beklagt die unsichere Lebenssituation in Nigeria

In Nigeria leben rund 200 Millionen Menschen, Islam und Christentum sind etwa gleich stark vertreten. Offizielle Zahlen werden jedoch nicht erhoben, damit keine Gruppe eine Vormachtstellung einfordern kann. Oftmals mit Gewalt ausgetragene ethnische Konflikte herrschen zwischen dem muslimischen Norden und dem mehrheitlich christlich-animistischen Süden.

Priester-Protest nach Mord an zwei Geistlichen

In der vergangenen Woche protestierten Priester in der Diözese Enugu öffentlich gegen die Regierung und warfen ihr Untätigkeit gegen die im Land herrschende Gewalt vor. Auslöser für den Protest war die Ermordung zweier katholischer Pfarrer innerhalb kurzer Zeit. Die Regierung und Sicherheitskräfte müssten entschlossener handeln, um die Bevölkerung zu schützen, forderten die rund 200 Geistlichen laut Berichten des französischsprachigen Schweizer Onlineportals „cath.ch“ und der Catholic News Agency (CNA).

Unmittelbarer Anlass für den Protest ist der Tod von Pfarrer Paul Offu. Der Priester wurde in den Abendstunden des 1. August in der Region um Awgu im Südosten Nigerias erschossen, wie die Diözese Enugu und örtliche Polizeibehörden bestätigt haben.

Laut Mitteilung der Diözese erschossen die Täter den Pfarrer weil er sich geweigert hatte, mit seinem Auto anzuhalten. Ein Sprecher der Diözese sagte gegenüber örtlichen Medien, Pfarrer Offu sei auf dem Rückweg vom Besuch eines befreundeten Priesters von „mörderischen Hirten“ der Fulani gestoppt worden. Ein Pressesprecher der Polizei in Enugu sagte am Sonntag, dass die Sicherheitskräfte mehreren Verdächtigen auf der Spur seien

religion.ORF.at/KAP/KNA

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