Syrien: Kirchenführer rufen Christen zum Bleiben auf

Drei Kirchenführer in Syrien haben die Christen im Land zum Bleiben aufgefordert. Sie müssten trotz aller schwieriger Bedingungen dem „Land ihrer Vorfahren“ treu bleiben, um „Salz des Landes“ zu sein.

Das betonten die in Damaskus residierenden Patriarchen von Antiochien - der syrisch-orthodoxe Patriarch Ignatius Aphrem II., der antiochenisch-orthodoxe Patriarch Youhanna X. und der griechisch-katholische melkitische Patriarch Yousef Absi - in einer aktuellen gemeinsamen Erklärung. Die Patriarchen waren auf Einladung von Ignatius Aphrem II. im St. Aphrem-Kloster unweit von Damaskus zusammengekommen.

Im Zentrum des Gesprächs standen die „allgemeine Situation der Region und die Konsequenzen der Krise der letzten Jahre für die Bevölkerung, vor allem für die Christen“, wie es in dem im Anschluss veröffentlichten Statement hieß. Die Patriarchen bedauerten darin den dramatischen Rückgang der christlichen Bevölkerung aufgrund von Migrationsbewegungen. An der Begegnung nahm auch der Apostolische Nuntius Kardinal Mario Zenari teil.

der syrisch-orthodoxe Patriarch  Ignatius Aphrem II.
APA/AFP/Ayham al-Mohammad
Der syrisch-orthodoxe Patriarch Ignatius Aphrem II. besichtigte zerstörte Kirchen und Orte in Syrien

Solidarität mit dem syrischen Staat

Die Kirchenführer sprachen sich weiters für die Einheit des syrischen Volkes und die territoriale Integrität des Staates aus, sie betonten ihre Solidarität mit dem Staat und seinen legitimen Institutionen. In Bezug auf die Lage in Syrien begrüßten die Patriarchen u.a. die Erfolge der syrischen Armee „über den Terrorismus“. Die Zukunft des Landes liege in einem geeinten Syrien auf den Fundamenten von Demokratie und Rechtsstaatlichkeit, gleicher Staatsbürgerschaft für alle und Achtung der Vielfalt.

Einmütig beteten die Patriarchen von Antiochien für die „sichere Rückkehr“ der beiden entführten Metropoliten von Aleppo, Mor Gregorios Youhanna Ibrahim und Boulos Yazigi. Ebenso gratulierten die Patriarchen den muslimischen Mitbürgern zum Fest „Id-al-Fitr“, dem höchsten muslimischen Religionsfest. Die Patriarchen beteten für Frieden in Syrien, „damit alle Bürger des Landes in Frieden, Sicherheit und Wohlstand leben können“.

Nur mehr ein Drittel der Christen in Syrien

In Syrien sollen vor dem Krieg bis zu 1,5 Millionen Christen gelebt haben. Optimisten schätzen, dass es jetzt noch 500.000 Christen gibt, es könnten aber auch nur mehr 300.000 sein. Sie machen damit rund 3,5 Prozent der Bevölkerung aus. Vertreten sind vor allem die Griechisch-orthodoxe, Armenisch-apostolische, Griechisch-katholische (Melkitische) und Syrisch-orthodoxe Kirche; weiters die Syrisch-katholische und Armenisch-katholische Kirche, sowie Maroniten, die Kirche des Ostens und Chaldäer.

religion.ORF.at/KAP