Reise als Meilenstein: Papst Franziskus in den Arabischen Emiraten

Reise als Meilenstein: Papst Franziskus in den Arabischen Emiraten | Erinnerungen an Abraham: Das katholisch-muslimische Verhältnis | Einheit in Vielfalt: Friedlicher „Religionskrieg“ auf Lombok

Sendungsprofil Orientierung
ORF

Sendungshinweis

am 10.2.2019, 12.30 Uhr, ORF 2
13.2.2019, 8.30 Uhr, ORF III
16.2.2019, 11.30 Uhr, ARD ALPHA

Reise als Meilenstein: Papst Franziskus in den Arabischen Emiraten

„Historisch“ - so wurde schon im Vorfeld die Reise von Papst Franziskus nach Abu Dhabi bezeichnet. Hat doch noch nie zuvor ein katholisches Oberhaupt die Vereinigten Arabischen Emirate besucht.

Als historisch ist aber auch die gemeinsame Erklärung zu nennen, die der Papst und der anwesende Großimam der einflussreichen Al-Azhar-Universität unterzeichneten - eine Verpflichtung zur Geschwisterlichkeit und für den Frieden. Ein Dokument, das hinter den Kulissen von langer Hand vorbereitet worden war.

Das Gastgeberland selbst - die Vereinigten Arabischen Emirate - gab diesen einzigartigen Ereignissen viel Raum, hat Abu Dhabi doch 2019 zum Jahr der Toleranz erklärt. Doch Franziskus ging es um mehr - und so hat er auch den Konflikt im Jemen und die Lage von Millionen Arbeitsmigrantinnen und -migranten in der Region angesprochen.

Abschließender Höhepunkt war eine Messe im Stadion von Abu Dhabi vor rund 170.000 Gläubigen - auch das ein Novum. Denn es gibt zwar grundsätzlich Religionsfreiheit in den Emiraten, aber Gottesdienste sind nur in den eigenen Kirchen erlaubt.

Diesmal übertrug das lokale Fernsehen. Und berichtete ausführlich. Wohl auch ein „Signal der Offenheit“, das die Emirate damit in die Welt schicken wollten.

Bericht: Mathilde Schwabeneder, Länge: 10 Minuten

Erinnerungen an Abraham: Das katholisch-muslimische Verhältnis

„Die Zukunft liegt entweder im interreligiösen Dialog oder die Religionen werden zur Gänze an Bedeutung verlieren“, so der islamische Theologe Zekirija Sejdini. Daher ist auch aus seiner Sicht die Reise des Papstes nach Abu Dhabi – die erste eines Papstes in die Vereinigten Arabischen Emirate - von großer Bedeutung.

Auf dem Prüfstand steht dabei wieder einmal das katholisch-muslimische Verhältnis. Der Blick in die Geschichte zeigt, wie wandelbar das Bild des Islam in Europa war und ist. Auf Faszination folgte Angst, es gab Phasen romantischer Verklärung des „Morgenlandes“, dann wieder – wie auch in jüngster Zeit – eine mehrheitlich abwertende Sicht auf den Islam.

Was die römisch-katholische Kirche anbelangt, so war das Zweite Vatikanische Konzil (1962 bis 1965) von großer Bedeutung: Im Konzilstext „Nostra Aetate“ betont die römisch-katholische Kirche die Gemeinsamkeiten von Juden, Christen und Muslimen in der Tradition des gemeinsamen Glaubensvaters Abraham.

Daraufhin begann ein intensiver interreligiöser Dialog, der durch Ereignisse der vergangenen Jahrzehnte, vor allem durch die Terrorakte am 11. September 2001, aber auch durch die so genannte „Regensburger Rede“ von Papst Benedikt XVI. immer wieder auf die Probe gestellt wurde.

Bericht: Ursula Unterberger, Gundi Lamprecht; Länge: 8 Minuten

Einheit in Vielfalt: Friedlicher „Religionskrieg“ auf Lombok

Über Jahrhunderte hinweg war die indonesische Insel Lombok – die Nachbarinsel Balis – hinduistisch geprägt. Vielfältiger gestaltete sich das religiöse Leben, als sich die Volksgruppe der Sasak – dort schon sehr lange heimisch – mehrheitlich dem Islam zuwandte.

Die balinesisch-hinduistische Minderheit und die muslimisch geprägte Mehrheitsbevölkerung suchten – nicht friktionsfrei – fortan Wege der Verständigung. Nicht nur einmal stand das friedliche Zusammenleben auf dem Spiel. Dessen Erneuerung steht im Zentrum des farbenprächtigen alljährlichen Lingsar-Festivals.

Sein Höhepunkt ist der „süße Krieg“ mit Reiskuchen-Bällchen in der multi-konfessionellen Tempel-Moschee-Anlage von Lingsar. Muslime und Hindus feiern gemeinsam, wenngleich mit ihren jeweils eigenen Ritualen, das Fest des heiligen Wassers – und zeigen dabei auch, wie „Einheit in Vielfalt“ gelingen kann.

Bericht: Werner Zips, Angelica V. Marte; Länge: 7 Minuten

Kardinal Schönborn und Doris Wagner im Gespräch

Der Missbrauch von Seiten Geistlicher erschüttert seit Jahren die Grundfesten der römisch-katholischen Kirche. Die frühere Ordensfrau Doris Wagner hat ihr Schicksal publik gemacht. Für viel Beachtung sorgt nun ein Gespräch, das der Wiener Erzbischof Kardinal Christoph Schönborn mit ihr geführt hat. Der Bayerische Rundfunk war bei dieser Begegnung dabei.

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Moderation: Sandra Szabo
Redaktionsleitung: Norbert Steidl