„Glaube als mutiges Vertrauen ins Leben“

Live aus der Konzilspfarre St.Paul in Salzburg/Stadt wurde der Katholische Gottesdienst in ORF2 und im ZDF übertragen. Mit der Gemeinde feierte Vizedechant Peter Hausberger und Pastoralassistentin Ingrid Leitner.

„Noch ehe wir reden, hörst du uns, Gott.“ – Dankbar für das Vertrauen, zu dem alle Menschen fähig sind, und dankbar für alle guten Kräfte, die Gott den Menschen gibt, versammelt sich die Gemeinde der Konzilspfarre St.Paul zum Gottesdienst, und lädt die große Fernsehgemeinde ein zum Mitfeiern.

Vorbild der Konzilsgemeinde St.Paul ist natürlich der Apostel Paulus mit seinem grenzüberschreitenden Einsatz, seinem Mut und seiner Begeisterungsfähigkeit.
Aus dem Geist des II. Vatikanischen Konzils entstand in den 70-er Jahren die engagierte Gemeinde, deren zentrale Anliegen bis heute, 54 Jahre nach Abschluss des II. Vatikanums, lebendige Liturgie, gemeindliche Pfarrstruktur und Ökumene sind.
Der Kirchenraum der Pfarrkirche suggeriert die Form eines Zeltes, Symbol für die Kirche, das pilgernde Gottesvolk, ganz im Sinne des II. Vatikanums.
Zentrum des Kirchenraums ist der Altarraum, gestaltet vom Maler und Bildhauer Hubert Schmalix.

Wer auf Gott vertraut, ist wie ein Baum, der am Wasser gepflanzt ist

1. Lesung: Jer 17,5-8

[Der Prophet Jeremia lässt Gott sprechen:] So spricht Gott:
Verflucht der Mensch, der auf Menschen vertraut, auf schwaches Fleisch sich stützt und dessen Herz sich abwendet von Gott. Er ist wie ein Strauch in der Steppe, der nie Regen kommen sieht; er wohnt auf heißem Wüstenboden, im Salzland, das unbewohnbar ist. Gesegnet der Mensch, der auf Gott vertraut und dessen Hoffnung Gott ist. Er ist wie ein Baum, der am Wasser gepflanzt ist und zum Bach seine Wurzeln ausstreckt: Er hat nichts zu fürchten, wenn Hitze kommt; seine Blätter bleiben grün; auch in einem trockenen Jahr ist er ohne Sorge, er hört nicht auf, Frucht zu tragen.

Christus ist von den Toten auferweckt worden als der Erste der Entschlafenen

2. Lesung: 1 Kor 15,12-20

Wenn aber verkündet wird, dass Christus von den Toten auferweckt worden ist, wie können

Musik

Eingangslied: Improvisation an der Orgel von Peter Mittendorfer

Kýrie: Jacques Berthier (1923-1994), Gesang aus Taizé; GL 154

Preis und Ehre Gott dem Herren;
GL 171

Lobet den Herrn, preist seine Huld und Treue; GL 401

Ruf: Deine Worte Herr / Taizé-Halleluja von Anton Reinthaler / Jacques Bértier

Taizé-Halleluja / Tollite hostias von J.Bérthier / Camille Saint-Saens

Lasset uns beten: Du Retter der Welt; GL 754

Kommt mit Gaben und Wohlgesang von Doreen Potter

Heilig ist Gott in Herrlichkeit;
GL 199

Lamm Gottes; GL 207

Aus: Die Schöpfung Arie 23 + 24 von Joseph Haydn

Jesus Christ, you are my life; GL 362

Festal Flourish von Gordon Jacob

Musikalische Gestaltung:

Chor der Konzilspfarre St.Paul und Jugendensemble mit Kindergartenkindern

Organist: Peter Mittendorfer

Kantor: Markus Ennsthaller

Musikalische Leitung: Philine Voithofer

dann einige von euch sagen:
Eine Auferstehung der Toten gibt es nicht?
Denn wenn Tote nicht auferweckt werden,
ist auch Christus nicht auferweckt worden. Wenn aber Christus nicht auferweckt worden ist, dann ist euer Glaube nutzlos und ihr seid immer noch in euren Sünden; und auch die in Christus Entschlafenen sind dann verloren. Wenn wir allein für dieses Leben unsere Hoffnung auf Christus gesetzt haben, sind wir erbärmlicher daran als alle anderen Menschen. Nun aber ist Christus von den Toten auferweckt worden als der Erste der Entschlafenen.

Selig ihr Armen, denn euch gehört das Reich Gottes

Evangelium: Lk 6,17-26

Und Jesus stieg mit den Schülern hinab und stellte sich auf einen ebenen Platz. Und eine große Schar seiner Schüler und eine große Volksmenge von ganz Judäa, Jerusalem und dem Küstengebiet von Tyrus und Sidon war gekommen, ihn zu hören und von ihren Krankheiten geheilt zu werden.
Und die von unreinen Geistern Geplagten wurden geheilt.
Die ganze Schar suchte ihn zu berühren, weil Kraft von ihm ausging und alle heilte.
Und er erhob seine Augen zu seinen Schülern und sagte: Selig ihr Armen, denn euer ist das Reich Gottes. Selig, die ihr jetzt hungert, denn ihr werdet gesättigt werden.
Selig, die ihr jetzt weint, denn ihr werdet lachen. Selig seid ihr, wenn die Menschen euch hassen, wenn sie euch ausschließen und schmähen und euren Namen schlecht machen wegen des Menschensohnes. Freut euch an jenem Tag und springt, denn siehe, euer Lohn ist groß im Himmel. Denn genauso haben es ihre Väter mit den Propheten gemacht. Jedoch wehe euch, den Reichen, denn ihr habt euren Trost schon! Wehe euch, die ihr jetzt gesättigt seid, denn ihr werdet hungern! Wehe, die ihr jetzt lacht,
denn ihr werdet trauern und weinen.
Wehe, wenn von euch alle Menschen schön reden, denn genauso haben es ihre Väter mit den falschen Propheten gemacht!

Für Jesus ist die Achtsamkeit denen gegenüber, die im Schatten sind und übersehen werden der Beginn der Heilung der Ungerechtigkeit

Predigt

Liebe Gottesdienstgemeinde, hier und in aller Welt!
„Weh euch, den Reichen“, lässt das nicht bei uns, die wir in der vergleichsweise wohlhabenden westlichen Welt leben, ein schlechtes Gefühl aufkommen?
Ist Reichtum etwas Beklagenswertes? Wie kommt der Evangelist dazu, über Reiche ein Klagelied anzustimmen?
In den Gemeinden des Evangelisten Lukas, aus dessen Evangelium wir den ersten Abschnitt der sogenannten Feldrede gehört haben, gab es vermutlich einige reiche Menschen. Wie gerade sie mit ihrem Reichtum umgehen, wird zum Testfall für den gelebten christlichen Glauben. Denn wohlhabend zu sein konnte damals und kann heute auch dazu führen, wenig einfühlsam zu sein für jene, die elend und arm leben.
Relativ wenige Reiche werden heute immer reicher. Auf der anderen Seite leben viele Menschen am Rande der Armut und in Armut. Um ein Leben in Würde führen zu können, braucht man Nahrung, Kleidung, Bildung, und es ist sehr hilfreich, einigermaßen sorgenfrei in die Zukunft schauen zu können.
Der Evangelist preist die Armen, die Hungernden, die Weinenden auch nicht deshalb selig, weil alle ihre Lebensumstände von sich aus ein Ideal wären. „Selig seid ihr“, das bedeutet, ihr seid von Gott her in eurer menschlichen Würde geachtet und wertgeschätzt. Das ist ein Gegenentwurf, geradezu eine Umkehrung der üblichen gesellschaftlichen Verhältnisse.
Die Schriften des Neuen Testaments sind überzeugt, dass das Reich Gottes bald anbrechen wird. Alle, die arm sind, hungern, weinen, gehasst werden, schlecht gemacht werden, werden Gerechtigkeit erfahren – und zwar bald.
Und genau dieses „bald“ dauert jetzt schon fast 2000 Jahre. Diese ganzen 2000 Jahre besteht der Auftrag, so gut es geht für Gerechtigkeit einzutreten. Aber ein Blick in die Welt zeigt, unter welch grauenvollen Umständen viele Menschen leben und dass eine wirksame und vor allem baldige Veränderung dieser Umstände nicht zu erwarten ist, so sehr das gewünscht wird – und auch gefordert wird. Und viele Menschen setzen sich tatsächlich mit all ihren Kräften dafür ein, dass Menschen nicht auf der Strecke bleiben.
Am Beginn des heutigen Evangeliums wird erzählt, dass eine große Volksmenge Jesus zuhört. Viele davon sind bedürftig. Jesus heilt. Von ihm geht eine Kraft aus, die Menschen gesund macht.
Und anschließend folgen die Seligpreisungen und die Wehe-Rufe. Für Jesus ist die Achtsamkeit denen gegenüber, die im Schatten sind und die erniedrigt und übersehen werden, der Beginn der Heilung der Ungerechtigkeit.

Aktuelles in der Konzilspfarre

www.stpaul.at

Bildregie: Thomas Bogensberger

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