Gemeinsam gegen Missbrauch: Bischöfe beraten über Opferschutz

Gemeinsam gegen Missbrauch: Bischöfe beraten über Opferschutz | Tatort Mädchenheim: Martinsbühel als „Ort des Schreckens“ | Menschenhandel in Myanmar: Wie Ordensfrauen helfen | Ringen um Einheit: Der Brexit und die Anglikanische Kirche

Sendungsprofil Orientierung
ORF

Sendungshinweis

am 24.3.2019, 12.30 Uhr, ORF 2
am 28.3.2019, 9.00 Uhr, ORF III und am 30.3.2019, 11.30 Uhr, ARD ALPHA

Gemeinsam gegen Missbrauch: Bischöfe beraten über Opferschutz

Die diesjährigen Frühjahrsvollversammlung der römisch-katholischen Bischöfe, die von 18. bis 21. März in Reichenau an der Rax stattgefunden hat, beschäftigte sich einmal mehr mit dem Thema Missbrauch.

Drei Wochen nach Ende des vatikanischen Kinderschutzgipfels steht der Opferschutz ganz oben auf der Agenda der Österreichischen Bischofskonferenz.

Aber auch ein „Austausch über den Gesamteindruck“ der am Freitag vergangener Woche beendeten Apostolischen Visitation in der Diözese Gurk-Klagenfurt war Thema. Über die Ergebnisse der Frühjahrsversammlung informiert Kardinal Schönborn im Rahmen einer Pressekonferenz.

Bericht: Ursula Unterberger, Länge: 2 Minuten

Tatort Mädchenheim: Martinsbühel als „Ort des Schreckens“

Als „einen Ort des Schreckens“ habe sie das Mädchenheim Martinsbühel in Tirol und die angeschlossene Sonderschule für – wie es in den 1970er-Jahren hieß – „geistig und körperlich behinderte Mädchen“ in Erinnerung, berichtet Heidi Färber.

Als achtjähriges Mädchen wurde sie zusammen mit ihrer Schwester in das von Benediktinerinnen geführte Mädchenheim mit angeschlossener Sonderschule gebracht. Die Institution bestand von 1947 bis 2008. Die acht Jahre im Mädchenheim waren für Heidi Färber ein regelrechtes Martyrium.

Regelmäßig wurde sie geschlagen, gedemütigt, war sexualisierter Gewalt ausgesetzt und musste Dunkelhaft, schlechtes Essen, Zwangsarbeit und Demütigungen über sich ergehen lassen – Erfahrungen, mit denen sie nicht allein dasteht: Etwa 100 Betroffene, denen es ähnlich ergangen sein dürfte, haben sich bis dato gemeldet.

Einige bekamen auch von der Unabhängigen Opferschutzanwaltschaft (besser als „Klasnic-Kommission“ bekannt) Entschädigungen zugesprochen. Nun wurde in Tirol eine eigene „Landeskommission“ gegründet, die sich mit den Vorkommnissen in Martinsbühel beschäftigt.

Bericht: Klaus Ther, Länge: 6 Minuten

Im „Orientierung“-Studiogespräch zum Themenkreis „Opferschutz“: Schwester Beatrix Mayrhofer, Präsidentin der Vereinigung der Frauenorden.

Menschenhandel in Myanmar: Wie Ordensfrauen helfen

Menschenhändler machen gute Geschäfte in der Grenzregion von Myanmar und dem benachbarten Thailand: In der Hoffnung auf ein besseres Leben – einen anständigen Job mit passablem Lohn – werden Mädchen und Frauen aus Myanmar nach Thailand gelockt.

Nicht selten landen sie dort, oder auch in Myanmar selbst, in der Prostitution. Nicht wenige infizieren sich mit dem HI-Virus. Die Schwestern vom katholischen Orden Unserer Lieben Frau der Mission haben es sich zur Aufgabe gemacht, diesen Frauen zu helfen. In Kawthaung, einer Stadt im äußersten Süden von Myanmar, arbeiten sie gegen eine Stigmatisierung von HIV-Patientinnen und -Patienten.

Die Schwestern betreiben Aufklärung und stellen Medikamente bereit - auch mit Unterstützung von Missio, den Päpstlichen Missionswerken in Österreich. Um den Frauen eine Alternative zur Prostitution zu bieten, organisieren die Ordensfrauen Ausbildungsmöglichkeiten: Als Näherinnen werden sie geschult und erhalten das Angebot, fix in einer Schneiderei arbeiten zu können. Dort bekommen die Frauen ein ordentliches Einkommen und die Chance auf ein besseres Leben.

Bericht: Marcus Marschalek, Mitarbeit: Marietta Trendl; Länge: 7 Minuten

Ringen um Einheit: Der Brexit und die Anglikanische Kirche

Der Brexit spaltet die britische Gesellschaft und stellt auch die Anglikanische Kirche – und v.a. die Church of England, die Mutterkirche der Anglikanischen Gemeinschaft - auf die Probe.

Bis zum letzten Moment weigert sie sich, Position in dieser Frage zu beziehen. Die Bischöfe tendieren eher zu einer pro-europäischen Haltung, die Kirchenmitglieder hingegen haben mit überwiegender Mehrheit für den Austritt aus der EU gestimmt.

In den Tagen – oder vielleicht auch noch Wochen - vor dem Aus rufen die Würdenträger zum gemeinsamen Gebet und zur Versöhnung auf. Ironisch mutet an, dass die Anglikanische Kirche selbst Produkt eines ähnlich schmerzhaften Abnabelungsprozesses ist: Sie ist im 16. Jahrhundert durch die Abtrennung von der katholischen Kirche entstanden.

Bericht: Cornelia Primosch, Länge: 7 Minuten

Moderation: Sandra Szabo
Redaktionsleitung: Norbert Steidl