JUDAS - Vom Verräter zum Heiligen?

‚Ewige Verdammnis ohne Aussicht auf Erlösung‘ - die theologische Höchststrafe hat in der ganzen christlichen Geschichte nur ein einziger Mensch bekommen: Judas Iskariot.

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ORF

Sendungshinweis

FeierAbend, Karfreitag, 19.4.2019, 20.00 Uhr, ORF 2

Er gilt als Prototyp des Verräters, sein Name als Synonym für Geldgier und Heimtücke. Judas Iskariot – ein Apostel aus dem engsten Kreis um Jesus, der ihn an die Tempelbehörden ausgeliefert und somit seinen Kreuzestod zu verantworten haben soll.

Judas wurde im Laufe der Geschichte zum verhassten Sündenbock, seine Tat und seine Eigenschaften wurden in fataler Weise auf das ganze Volk der Juden übertragen.

Doch wer ist dieser Mann, der vor fast 2000 Jahren gelebt haben soll? Was ist geschichtlich fassbar und was hat sich im Laufe der Zeit als Legende gebildet? War er tatsächlich der Verräter oder vielmehr ein Heiliger, wie apokryphe Schriften nahelegen? Viele neue Erkenntnisse der Wissenschaft und viele Indizien jedenfalls sprechen heute für eine umfassende Rehabilitierung des Judas.

Der vermeintliche Verräter erscheint für einige Theologinnen und Theologen als treuer Gefährte Jesus, der bei der Erfüllung des Heilsplanes eine unverzichtbare Rolle übernommen hätte. Muss die Geschichte des Judas neu geschrieben werden?

Der Schauspieler Samuel Koch – bekannt geworden durch seinen schweren Unfall in der Sendung „Wetten dass…?“ hat sich intensiv mit der Figur des Judas auseinandergesetzt. Im Nationaltheater Mannheim spielt er den Judas im gleichnamigen Stück der holländischen Autorin Lot Vekemans.

Er ist davon überzeugt, dass ein differenziertes Bild von Judas längst überfällig ist. Auch für den Wiener Theologen Wolfgang Treitler ist Judas eine höchst ambivalente Figur, der möglicherweise Jesu verraten hat, um seinen Idealen treu zu bleiben.

Ein Film von Karoline Thaler
Redaktion: Barbara Krenn