„Vergiss nicht deinen Namen“ und Blitzscheidung

Als fünfjähriger Bub wird der in Wien geborene Robert Perels mit seiner Mutter in einem Eisenbahntransport Richtung KZ Auschwitz gebracht. Bei einem kurzen Halt entschließt sich die Mutter spontan, den Fünfjährigen im letzten Augenblick aus dem Zug zu werfen. Ihrem Sohn Robert hat sie damit das Leben gerettet. Sie selbst wird wenige Tage später in der Gaskammer von Auschwitz ermordet.

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ORF

Sendungshinweis

Dienstag, 07. Mai 2019
um 22.35 Uhr, ORF 2

Im Film schildert Robert Perels seine dramatische Geschichte und spricht darüber, wie er den Verlust seiner Mutter bewältigt hat, was er unter Heimat versteht und wie er als Vollwaise an der Hoffnung auf Zukunft festhalten konnte.

Um 23:00 folgt: Blitzscheidung - Es dauerte nur drei Sekunden, und die junge Inderin Lubna war geschieden. Ihr Mann hatte drei Mal nacheinander das Wort „Talaq“ - „Scheidung“ ausgesprochen, und dadurch war die Ehe beendet. In Indien hat der Ehemann das Recht, seine Frau auf diese Weise loszuwerden.

Robert Perels
ORF/D5 Productions

„Vergiss nicht deinen Namen“

Man kann sich nicht vorstellen, was es heißt, mit einem zweijährigen Kind ohne Geld und ohne Papiere als Jüdin vor den Nationalsozialisten zu fliehen. Wenn Robert Perels davon erzählt, ist es, als wäre man dabei gewesen.

1939 flieht die Mutter mit ihrem Sohn aus Wien. In Frankreich werden sie aufgegriffen und in das berüchtigte Sammellager Drancy gebracht. Von dort gehen die Züge nach Auschwitz. Bei einem Halt auf freier Strecke gelingt es Roberts Mutter, den Stacheldraht von einer Oberlichte zu entfernen.

Ihrer plötzlichen Eingebung folgend wirft die Mutter den fünfjährigen Robert aus dem Fenster. Sie weiß, dass sie ihren Sohn nie mehr wiedersehen wird, aber sie weiß auch, dass es seine einzige Überlebenschance ist. Sekunden später setzt der Zug die Fahrt in den Tod fort. Roberts Mutter wird sofort nach ihrer Ankunft in Auschwitz ermordet.

Der fünfjährige Robert verbringt Jahre auf der Flucht, allein, ohne irgendeinen Menschen. Immer wieder sucht das Kind nach einem Grund, warum ihn seine Mutter aus dem Zug geworfen haben könnte. Es kommt zu der Überzeugung, sie habe ihn mit ihrer Tat bestrafen wollen, weil er „schlimm“ gewesen war.

Diese Vorstellung lastet wie ein Alb auf ihm und lässt ihn verzweifeln. Erst eine Nonne in einem Schweizer Kinderheim erklärt Robert, der jede Nacht weinend im Schlafsaal liegt, dass seine Mutter ihn aus dem Zug geworfen hat, um ihn zu retten. Auf die Frage, wann sie denn kommen wird, ihn abzuholen, antwortet die Nonne hilflos: „Bald kommt sie zu Dir. Wenn der Krieg vorbei ist“.

– Ein Film von Andrea Eckert

Die iranisch-kanadische Filmemacherin Shazia Javed interview die indische Frauenrechtlerin Noorjehan
ORF/Lifesketch Media

Blitzscheidung

Es dauerte nur drei Sekunden, und die junge Inderin Lubna war geschieden. Ihr Mann hatte drei Mal nacheinander das Wort „Talaq“ - „Scheidung“ ausgesprochen, und dadurch war die Ehe beendet.

In Indien hat der Ehemann das Recht, seine Frau auf diese Weise loszuwerden. Ein bitterer Schicksalsschlag für die junge Frau, denn sie stand plötzlich mittellos auf der Straße. Doch sie ließ sich nicht unterkriegen, sondern begann einen engagierten Kampf gegen die frauenverachtende Praxis der Blitzscheidung.

Sie und viele Schicksalsgenossinnen verlangen, dass diese ungerechte Praxis gesetzlich unterbunden wird. - Eine Dokumentation der iranisch-kanadischen Filmemacherin Shazia Javed über den Kampf um mehr Gleichberechtigung.