Afrika: Angst vor Hungerepidemie

Afrika: Angst vor Hungerepidemie | Viele Tore wieder offen: Gottesdienste in Zeiten der Lockerungen | 100 Jahre Johannes Paul II.: Ein großer Papst und seine Schwächen | Buddhistische Lehren der Isolation

Sendungsprofil Orientierung
ORF

17.5.2020, 12.30 Uhr, ORF 2
19.5.2020, 9.30 Uhr, ORF III
19.5.2020, 11.05 Uhr, ORF 2
23.5.2020, 11.30 Uhr, ARD ALPHA

Afrika: Angst vor Hungerepidemie

Zur Corona-Krise droht nun auch eine Hunger-Pandemie. Schon zu Jahresbeginn warnte die UN-Welternährungsorganisation (World Food Programme) davor, dass es auf dem afrikanischen Kontinent 2020 zur schlimmsten humanitären Katastrophe seit Jahrzehnten kommen könnte.

Bewaffnete Konflikte, Dürre, Überschwemmungen, schwache Infrastruktur, aber auch eine gewaltige Heuschreckenplage in Ostafrika zählen zu den Ursachen. Die Pandemie verschärft das Problem nun dramatisch. Allein in Westafrika, schätzt die Hilfsorganisation Care International, sind 50 Millionen Menschen von Hunger bedroht.

Bericht: Christian Rathner, 2 Minuten

Im „Orientierung“-Studiogespräch:
Andrea Barschdorf-Hager
Geschäftsführerin, CARE Österreich

Viele Tore wieder offen: Gottesdienste in Zeiten der Lockerungen

Mit Maßband bewaffnet haben Gemeinden ihre Kirchen und Gebetsräume diese Woche vermessen. Wer darf wo sitzen, wie viele Menschen bringt man unter und noch schwieriger: Wie entscheidet man, wer überhaupt kommen darf?

In vielen Pfarrgemeinden muss man sich zum Gottesdienst voranmelden, einige haben die Anzahl der Sonntagsmessen erhöht, um niemanden abweisen zu müssen. Die Erleichterung, dass überhaupt wieder öffentlich gefeiert werden darf, ist gleichzeitig groß. Aber ist es wirklich ein kollektives Aufatmen?

Einige Synagogen, Moscheen und Kirchen sind schlicht und einfach zu klein und müssen ihre Tore auch nach dem 15. Mai wegen der Vorsichtsmaßnahmen geschlossen halten.

Bericht: Mariella Kogler, Länge: 7 Minuten

100 Jahre Johannes Paul II.: Ein großer Papst und seine Schwächen

Die Mutter starb, als er acht Jahre alt war. Er war begabt im Sport und im Schauspiel, wurde Priester und später Papst. Karol Wojtyla kam am 18. Mai 1920 in Polen zur Welt.

Vor 15 Jahren – am 2. April 2005 - starb er, nach langem Leiden. Damit ging eines der längsten und ereignisreichsten Pontifikate der jüngeren Kirchengeschichte zu Ende (1978 – 2005). In die Zeit Karol Wojtyłas fiel der politische Umbruch in Mittel- und Osteuropa.

Wojtyła selbst hatte – vor allem, was seine Heimat Polen betrifft – durch seine aktive Unterstützung der Opposition den Sturz des „realen Sozialismus“ kräftig unterstützt. Der „eilige Papst“ - wie Johannes Paul II. ob seiner intensiven Reisetätigkeit auch genannt wurde – setzte wichtige Zeichen: im interreligiösen Dialog, in der Annäherung an die anderen abrahamitischen Weltreligionen.

Und: Er war ein „homo politicus“: Selbst Antikommunist pflegte der Papst aus Polen eine folgenreiche Freundschaft mit dem damaligen US-Präsidenten Ronald Reagan. Der Fundamentaltheologe Magnus Striet spricht im Interview mit der „Orientierung“ auch Schwächen des Papstes an, etwa problematische Bischofsernennungen und seinen Umgang mit den Fällen sexuellen Missbrauchs, die nach und nach publik wurden.

Bericht: Klaus Ther, Länge: 7 Minuten

Buddhistische Lehren der Isolation

Machen Krisen klüger? Oder gar empathischer, hilfsbereiter? Gerhard Weißgrab, der Präsident der Österreichischen Buddhistischen Religionsgesellschaft, hat - wie viele Menschen - die vergangenen Wochen in Isolation verbracht. Ein Team der „Orientierung“ hat ihn im Weinviertel besucht. „Dein größter Feind, dein größter Gegner ist gleichzeitig dein größter Lehrer“, lautet ein buddhistischer Spruch, den Weißgrab zitiert, der eine Krise auch als Teil der permanenten Veränderung beschreibt. Wesentliche Säulen des Buddhismus sind Achtsamkeit und Mitgefühl. Die buddhistische Praxis der Meditation ist ein wichtiges Werkzeug für den Alltag, besonders in schwierigen Zeiten.

Bericht: Gundi Lamprecht, Länge: 5 Minuten

Redaktionsleitung und Moderation: Sandra Szabo