Wie im früheren Leben - Die Geschichte einer Wiedergeburt und Heiligtümer des Buddhismus - Monumente einer Religion (1)

Mit nur sechs Jahren wird der kleine Padma Angdu in Nordindien als Wiedergeburt eines buddhistischen Meisters, als „Rinpoche“ inthronisiert. Urgain Rigzin, ein traditioneller Arzt und Mönch wird zu seinem Ziehvater.

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ORF

Sendungshinweis

Dienstag, 09. Juni 2020
um 22.30 Uhr, ORF 2

Wie im früheren Leben - Die Geschichte einer Wiedergeburt

Er kümmert sich fürsorglich um den Buben. Gemeinsam mit ihm begibt sich Padma Angdu schließlich auf eine abenteuerliche Reise, um zu seinem Kloster in Tibet zu gelangen. Die preisgekrönte südkoreanische Dokumentation der Filmemacher Moon Chang-Yong und Jeon Jin hat die beiden acht Jahre lang mit der Kamera begleitet und zeigt ihre ungewöhnliche Geschichte in langen, ruhigen Einstellungen.

Ladakh in Nordiniden liegt eingebettet in die karge Berglandschaft des Himalaya mit ihren kolossalen Gipfeln. Vor dieser bildgewaltigen Kulisse verläuft das Leben des kleinen Padma Angdu, der in der Obhut seines Ziehvaters Urgain Rigzin in einem Kloster in Ladakh lebt. Der alte Mönch hätte nie erwartet, dass ihm einmal eine so ehrenwerte Aufgabe zufallen würde. Denn Padma Angdu gilt als Wiedergeburt eines noblen, buddhistischen Meisters. Urgain Rigzin soll sich so lange um den Buben kümmern, bis das tibetische Heimatkloster des jungen „Rinpoche“ eine Abordnung schickt, um diesen in seine eigentliche Klostergemeinschaft zu geleiten.

Der kleine Padma Angdu wird als Wiedergeburt eines buddhistischen Meisters verehrt.
ORF/Sonamu Films & Prosum/Chang-yong Moon & Jin Jeon

Die Jahre vergehen, aber die Mönche aus Tibet kommen nicht. Das Gastkloster in Ladakh hat schließlich für Padma Angdu keinen Platz mehr und schickt den Buben fort. Gemeinsam mit seinem Ziehvater begibt sich der kleine Mönch auf eine lange und beschwerliche Reise. Er will nach Tibet, um sein angestammtes Kloster zu finden.

Acht Jahre lang haben die beiden Filmemacher Moon Chang-Yong und Jeon Jin den Buben und seinen Ziehvater immer wieder mit der Kamera begleitet. Die so entstandene Geschichte der Wiedergeburt von Padma Angdu ist eine poetische Entwicklungserzählung, die zentrale Fragen nach Identität, Freundschaft und Liebe behandelt – aber auch Themen wie Tradition und Aufopferung im Dienste einer übergeordneten Sache in den Fokus nimmt.

In eindringlichen Bildern zeigt die ruhige Dokumentation die große Nähe und liebevolle Vertrautheit der beiden Protagonisten ebenso wie Zweifel und Momente von großer Traurigkeit.

Dabei gelingt es den Filmemachern, die sehr persönliche Suche des Buben nach seiner Identität und seinem Platz in der Welt vor dem – filmisch nur angedeuteten – Hintergrund der schwierigen politischen Situation in der Region zu erzählen.

Regie: Moon Chang-Yong, Jeon Jin
ORF-Redaktion: Christoph Guggenberger
Deutschsprachige ORF-Bearbeitung: Sabine Aßmann==

Die britische Historikerin Bettany Hughes präsentiert sieben heilige Stätten des Buddhismus
ORF/BBC/Mario C Photogaphy

Heiligtümer des Buddhismus – Monumente einer Religion (1)

Der Buddhismus ist eine der ältesten Religionen der Welt. Mehr als 350 Millionen Menschen weltweit praktizieren ihn. Die britische Historikerin Bettany Hughes folgt den Spuren dieser Philosophie und Religion durch 25 Jahrhunderte und besucht auf ihrer Reise sieben spektakuläre Bauwerke.

Es sind Heiligtümer des Buddhismus, die Einblick geben in die lange und reiche Geschichte des buddhistischen Glaubens. Und an jedem dieser für Buddhisten heiligen Orte trifft die Historikerin auch auf Menschen, die die unterschiedlichen Konzepte ihrer Religion, den Kern des buddhistischen Glaubens erläutern. Sie will die Anziehungskraft entschlüsseln, die der Buddhismus noch heute auf Millionen von Menschen ausübt.

Der erste Teil der Dokumentation, den kreuz und quer am Dienstag zeigt, erkundet vier buddhistische Monumente – und beginnt mit einem Besuch des Mahabodhi-Tempels im indischen Bodhgaya, dem „Mekka des Buddhismus“. Genau hier hatte vor 2.500 Jahren ein junger Prinz namens Siddhartha Gautama unter einer Pappelfeige eine Offenbarung, die sein Leben verändern sollte.

Er wurde zu dem Buddha, dem „Erleuchteten“. Bodhgaya bildet damit einen idealen Ausgangspunkt: Denn in einem ersten Schritt begibt sich Bettany Hughes auf Spurensuche nach den drei zentralen Prinzipien des Buddhismus, auch bekannt als die „Drei Juwelen“. Und das erste dieser „Drei Juwelen“ ist das Leben des historischen Buddha. Noch heute werden alle guten Buddhisten dazu angehalten, ihr Leben nach seinem Vorbild zu gestalten.

Gemäß Überlieferung starb der historische Buddha schließlich in hohem Alter. Sein Körper wurde verbrannt, übrig blieben nur Knochenfragmente. Diese Reliquien wurden aufgeteilt unter den verschiedenen Volksgruppen und Herrschern, die sich zu diesem Zeitpunkt zum Buddhismus bekannten. Und man ehrte den Buddha bald durch den Bau von besonderen Grabmälern, so genannten Stupas.

In Nepals Hauptstadt Kathmandu geht Bettany Hughes’ Suche nach den „Drei Juwelen“ des Buddhismus weiter. Hier steht der berühmte Stupa von Bodnath, der größte Stupa auf dem indischen Subkontinent und das zweite Heiligtum des Buddhismus, das in der Dokumentation gezeigt wird. Am Stupa von Bodnath trifft die Historikerin die buddhistische Nonne Ani Chöying, die ihr Verständnis des „Dharma“ erläutert – die Lehre des Buddha.

Dritte Station auf dieser eindrücklichen Reise durch die Geschichte des Buddhismus ist der so genannte Zahntempel in Kandy, Sri Lanka. Im Mittelpunkt steht hier ein elementares buddhistisches Konzept, das heute zumindest als Begriff im Westen sehr bekannt ist: „Karma“.

Wat Pho schließlich ist das vierte und letzte Heiligtum der buddhistischen Welt, das im ersten Teil der Dokumentation gezeigt wird. Dieser größte und älteste Tempelkomplex in Bangkok beherbergt mehr als 1.000 Buddha-Statuen. Berühmt ist Wat Pho aber vor allem für die monumentale vergoldete Statue des Liegenden Buddha, die beeindruckende 46 Meter misst. Der endlose Kreislauf des Lebens, im Buddhismus „Samsara“ genannt, steht hier im Fokus.

Am kommenden Dienstag geht die Reise ins Innere der buddhistischen Religion weiter. Erste Station: Die berühmte Tempelanlage von Angkor Wat.

Den 2. Teil der Dokumentation zeigt „kreuz und quer“ am Dienstag, 16. Juni 2020 ab 23:10 Uhr in ORF 2.

Regie: Faris Kermani
ORF-Redaktion: Christoph Guggenberger
Deutschsprachige ORF-Bearbeitung: Sabine Aßmann