„Ein Recht auf den Tod?“ und „Heiligtümer des Buddhismus“

Das Recht auf Leben wird allgemein als Menschenrecht anerkannt. Gibt es aber auch ein Recht auf den Tod? In der ethischen Debatte um Sterbehilfe wird im Namen der Autonomie des Menschen ein solches Recht immer wieder eingefordert.

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ORF

Sendungshinweis

Dienstag, 16. Juni 2020
um 22.35 Uhr, ORF 2

Kritiker/innen der aktiven Sterbehilfe und am assistierten Suizid sehen die Gefahr, Menschen in einer sensiblen Phase extremer Belastung zu manipulieren. Was eigentlich alle wollen: Menschen gut in der Phase des Sterbens zu begleiten.

Peter Beringers „kreuz und quer“-Dokumentation „Ein Recht auf den Tod?“ geht am Dienstag, dem 16. Juni 2020, um 22.35 Uhr in ORF 2 den heiklen und heftig diskutierten ethischen Fragen rund um den „guten Tod“ nach.

Buddhismus als Lehrtradition und Religion entstand vor rund 2.500 Jahren in Indien und basiert auf den Lehren des Siddharta Gautama, der als „historischer Buddha“ noch heute verehrt wird. Im zweiten Teil des „kreuz und quer“-Zweiteilers „Heiligtümer des Buddhismus“, der vor dem Hintergrund von sieben monumentalen Heiligtümern des Buddhismus das Innerste des buddhistischen Glaubens erkundet, besucht die britische Historikerin Bettany Hughes um 23.10 Uhr die Tempelanlage von Angkor Wat im heutigen Kambodscha, den Riesen-Buddha in Hongkong und den Hsi-Lai-Tempel in Los Angeles.

An jedem dieser Orte spricht sie mit ganz unterschiedlichen Menschen, die Einblick geben in die verschiedenen Aspekte und Konzepte ihres Glaubens.

Juristin und Bioethikerin Stephanie Merckens tritt gegen Sterbehilfe ein.
ORF/Pre TV/Wolfram Wuinowitz

„Ein Recht auf den Tod?“

Was tun am Ende des Lebens, wenn der Tod absehbar und schweres, langes Leiden unerträglich erscheint? Diese Frage beschäftigt jedes Jahr Tausende betroffene Menschen und ihre Angehörigen. Manche wünschen sich, in einem solchen Fall Sterbehilfe in Anspruch nehmen zu können. In Österreich aber sind Tötung auf Verlangen und Suizidbeihilfe grundsätzlich verboten.

Hilfestellung oder medizinische Beratung können als Verleitung zum Selbstmord Strafe nach sich ziehen. In anderen Ländern Europas dagegen sind Suizidbeihilfe und etwa in den Beneluxstaaten auch Tötung auf Verlangen für Menschen mit schweren tödlichen Erkrankungen am Lebensende oder auch aus anderen Gründen erlaubt.

Das deutsche Bundesverfassungsgericht hat im Februar 2020 ein Verbot der gewerbsmäßigen Suizidbeihilfe aufgehoben, dadurch die Tätigkeit von Sterbehilfevereinen legalisiert und dabei ausdrücklich festgehalten, dass einschränkende Kriterien wie schwere Krankheit und schweres Leid nicht gelten.

In Österreich entscheidet der Verfassungsgerichtshof diesen Juni, ob ein Gesetzesprüfungsverfahren eingeleitet wird. Einige sehen diese Entwicklungen mit Sorge: Sie meinen, dass aus dem vermeintlichen Recht auf würdiges Sterben bald Druck auf Schwache, Alte und Kranke entstehen könnte, unfreiwillig aus dem Leben zu scheiden.

Peter Beringer hat nachgefragt: bei Betroffenen, bei Medizinerinnen und Medizinern, Juristinnen und Juristen, Theologinnen und Theologen und Ethikerinnen und Ethikern, die Sterbehilfe befürworten, und solchen, die sich vehement dagegen wenden. Er zeigt, wie unterschiedlich in Europa Sterbehilfe gehandhabt wird, und verdeutlicht Graubereiche und Alternativen, die es auch in Österreich gibt.

Ein Film von Peter Beringer

Die britische Historikerin Bettany Hughes präsentiert sieben heilige Stätten des Buddhismus
ORF/BBC/Mario C Photogaphy

„Heiligtümer des Buddhismus – Der Weg zur Erleuchtung“

Im Mittelalter breitete sich der Buddhismus aus. Mit Beginn des 13. Jahrhunderts erlebte die Religion eine Blütezeit im Reich der Khmer. Die Tempelanlage von Angkor Wat mit ihren gewaltigen steinernen Bauten zeugt von dieser Zeit. Dabei ist der Beginn von Angkor Wat ganz dem Hinduismus zugeneigt. Der gesamte Komplex gilt als symbolische Repräsentation hinduistischer Kosmologie. So war der ursprüngliche Tempel auch dem Hindu-Gott Wischnu geweiht.

Doch ein Khmer-Herrscher trat schließlich zum Buddhismus über. Und Bettany Hughes gelingt es mit eindrücklichen Bildern, die Vergangenheit dieses Ortes lebendig werden zu lassen. Denn zu seinen Glanzzeiten muss Angkor Wat wahrhaft spektakulär gewesen sein mit bunt bemaltem Mauerwerk, Hunderten von goldenen Buddha-Statuen und Wänden voller Edelsteine. Alles erhellt vom Schein der Fackeln in den Gängen, durch die still meditierende Mönche wandelten.

Die Reise führt nach China, genauer: in die Hafenstadt Hongkong. Über der gigantischen Stadt thront der Tian-Tan-Buddha. Diese monumentale Bronzestatue wurde 1993 fertiggestellt. Sie symbolisiert die Beziehung zwischen Mensch, Natur und Religion.

Im Fokus der Dokumentation steht hier ein zentrales Element der buddhistischen Praxis und zugleich ein Mittel der Erkenntnis, das bereits Buddha intensiv nutzte: die Meditation. In einem kleinen Kloster in der Nähe der riesigen Buddha-Statue sucht Bettany Hughes nach Einblick in den Zen-Buddhismus. Die stille Meditation ist zentral im Zen und wird von Ordinierten und Laien gemeinsam praktiziert.

Zum Abschluss führt die Reise schließlich an die amerikanische Westküste. Denn der Buddhismus ist längst auch im Westen angekommen. Buddhistisches Gedankengut ist beliebt in der schnelllebigen Welt des heutigen Kaliforniens. Ursprünglich kam die Religion im 19. Jahrhundert in die USA. Ins Land gebracht haben den Buddhismus die japanischen und chinesischen Arbeiter, die für den Bau der Eisenbahn kamen.

Um die Jahrhundertwende entstanden in Los Angeles die ersten buddhistischen Tempel. Heute ist einer der größten Tempel des Westens in einem Vorort der Stadt beheimatet: der Hsi-Lai-Tempel. Er ist das siebente und letzte Heiligtum des Buddhismus, das die Dokumentation zeigt. Und an diesem Ort geht es um nichts weniger als das höchste Ziel für alle Buddhisten: Nirwana.

Ein Film von Faris Kermani