Politik und Glaube

Themen: 75. Geburtstag von Gesine Schwan; Michel Faber: „Das Buch der seltsamen Dinge“; Ein Stück Burgenland in Israel; Bibelessay von Wolfgang Treitler

Politik und Glaube – Zum 75. Geburtstag von Gesine Schwan

Die Politikwissenschaftlerin Gesine Schwan wurde 1943 in Berlin-Reinickendorf geboren. Sie wuchs in einer politisch engagierten Familie auf, die in protestantischen und sozialistischen Widerstandskreisen aktiv war. Mit 20 Jahren ließ sie sich christlich taufen, schloss sich der Sozialdemokratischen Partei an, blieb aber zugleich eine überzeugte Antikommunistin. 1969 heiratete sie den ebenfalls links engagierten Politikwissenschaftler Alexander Schwan. Dieser wechselte allerdings 1978 durch seine Erfahrungen mit der Studentenbewegung ins konservative Lager und trat der CDU bei.

Lebenskunst
Pfingstmontag 21.5.2018, 7.05 Uhr, Ö1

1974 habilitierte sich Gesine Schwan mit einer Arbeit zum Thema: „Die Gesellschaftskritik von Karl Marx. Philosophische und politökonomische Voraussetzungen“. Nach der Wiedervereinigung begründete sie die Europa-Universität Viadrina in Frankfurt/Oder und wurde deren erste Präsidentin. 2004 und 2009 bewarb sie sich um die Kandidatur bei den Bundespräsidentschaftswahlen in Deutschland und scheiterte beide Male nur knapp. Schwan – und das ist zumindest in Berlin außergewöhnlich – bezeichnet sich öffentlich als überzeugte praktizierende Katholikin.

Johannes Kaup hat Gesine Schwan nach den Wurzeln ihres politischen Engagements gefragt und welche Rolle der Glaube dabei spielt.

Science Fiction spirituell – Der Roman „Das Buch der seltsamen Dinge“ von Michel Faber

Zehn Jahre hat Michel Faber an dem Roman „Das Buch der seltsamen neuen Dinge“ gearbeitet. Und nun will er nichts mehr schreiben. Man versteht das, denn: Was sollte nach diesem, alle Grenzen sprengenden Buch, noch kommen. Es ist Science-Fiction, es ist der Roman einer harten Bedingungen ausgesetzten Liebe und – es ist die Geschichte eines Mannes, der so ganz selbstverständlich mit Gott redet. – Gestaltung: Konrad Holzer

Einblicke in ein Stück Burgenland in Israel: Kiryat Mattersdorf

Vor 80 Jahren wurde die jüdische Gemeinde von Mattersburg (vormals Mattersdorf) im Burgenland von den Nationalsozialisten ausgelöscht, vor 60 Jahren konnte sie in Israel, in Jerusalem, wieder aufgebaut werden. Samuel Ehrenfeld, dem es 1938 gelungen ist, in die USA auszuwandern, gründete schon dort eine Gemeinde namens „Kiryat Mattersdorf“, sein Sohn tat Selbiges in Jerusalem. Sein Enkel Isaac Ehrenfeld ist nun der aktuelle Rabbiner der streng orthodoxen Gemeinde, wo die Mattersdorfer Tradition nicht zuletzt in der eigenen Torah-Schule („Yeshiwa“) gepflegt werden soll.

Kerstin Tretina hat Kiryat Mattersdorf besucht; die Erinnerung an die burgenländische Heimat ist dort immer noch vital. Ein Besuch zum Ende des Schawuot-Festes, an dem im Judentum die Sendung der Zehn Gebote und auch Erntedank gefeiert werden. Das Herabkommen des „heiligen Geistes“ auf die Jünger Jesu geschah laut christlicher Überlieferung ebenfalls an diesem jüdischen Fest und so wurde im Christentum aus dem Wochenfest Schawuot (sieben Wochen nach Pessach) das Pfingstfest (am 50. Tag – griechisch: Pentekoste – nach Ostern). - Gestaltung: Kerstin Tretina

Ich hauche euch meinen Geist ein, dann werdet ihr lebendig - Bibelessay zu Ezechiel 37, 1 - 14

Erzählungen darüber, dass Gott Tote auferweckt, finden sich auch im Alten Testament. In den katholischen Messfeiern zum Pfingstmontag ist so eine Stelle vorgesehen, - aus dem Buch Ezechiel. Gedanken dazu von dem an der Universität Wien lehrenden katholischen Theologen und Judaisten Wolfgang Treitler.

Bibelessay zu Ezechiel 37, 1 – 14

Moderation: Martin Gross

Lebenskunst 21.5.2018 zum Nachhören:

Buchhinweis:

Michel Faber, „Das Buch der seltsamen Dinge“, Verlag Kein + Aber