Eine Option unter vielen

In unserer heutigen Gesellschaft kommt es immer häufiger vor, dass man zwar an Gott glaubt, aber mit der Kirche selbst nicht viel zu tun haben will. Um dieses Verhältnis zu verbessern, ist Kreativität gefragt.

Morgengedanken 16.6.2018 zum Nachhören:

Menschen leben heute religiös und säkular zugleich. Diese Erkenntnis ist ganz anders als noch vor ein paar Jahren. Lange wurde ganz klar zwischen säkular – also unreligiös – und religiös unterschieden. Dazwischen war eine dicke Grenze. Heute haben Menschen zum Beispiel am Sonntag etwas anderes zu tun, als in die Kirche zu gehen und am Montag zünden sie eine Kerze in einer Kirche an.

Gabriele Eder-Cakl
ist Direktorin des Pastoralamtes der Diözese Linz

Der Philosoph Charles Taylor drückte es vor kurzem in einem Interview so aus: „Einst war es selbstverständlich, an Gott zu glauben, heute ist es eine Option unter vielen. Oder Menschen sagen, dass sie den Glauben nicht praktizieren und dieser trotzdem eine wichtige Dimension ihrer Identität ist“. Diese Realität fordert natürlich die christlichen Kirchen und ihr seelsorgliches Tun enorm heraus, denn das bedeutet eine Haltungsänderung, eine ganz neue Ausrichtung. Dass dies Innovation und Kreativität braucht, liegt auf der Hand. Genauso wie die Frage, wie Glaube heute zur Sprache gebracht wird und weitergegeben werden kann.

Hier lerne ich von den Emmausjüngern. Als sie Jesus erkannten, sagten sie zueinander: Brannte uns nicht das Herz, als wir mit ihm redeten? Und sie liefen sofort zurück zu ihren Freunden und erzählten ihnen davon.