Das goldene Kalb

Gemeinsam Feste feiern - besonders in der warmen Jahreszeit macht das Spaß! Manche Feste entpuppen sich in ihrem Verlauf aber durch und durch als Flop.

Morgengedanken 20.6.2018 zum Nachhören:

Dass nicht alle Feste so gelungen enden, wie geplant, auch diese Erfahrung verschweigt die Bibel nicht. Dabei hat es nicht daran gelegen, dass man Kosten und Mühe gescheut hätte, nein, auch die Zahl der Gäste und ihr zeitgerechtes Kommen ließen Besseres erwarten.

Jutta Henner
ist evangelisch-lutherische Theologin und Direktorin der Österreichischen Bibelgesellschaft

Ein rasches Ende

Von diesem Fest erzählt das zweite Buch der Bibel in seinem 32. Kapitel. Das von Mose in die Freiheit geführte Volk ist am Fuße des Berges Sinai. Dort hat Mose sie vor 40 Tagen zurückgelassen, um auf dem Berg die Begegnung mit Gott zu suchen. Für die Menschen eine gefühlte Ewigkeit, den Glauben an ihren Gott und an eine mögliche Rückkehr des Mose haben sie aufgegeben. Alles an Schmuck wurde zusammengetragen, eingeschmolzen und daraus ein goldenes Kalb geschmiedet.

Essen, Trinken, Sich-Vergnügen, Tanzen – was für ein Fest. Wäre da nicht ein zorniger Mose vom Berg hinab gekommen! Das Fest nimmt ein rasches Ende, das goldene Kalb wird zerstört. Katerstimmung. Rückbesinnung, dass es so wirklich nicht gut war. Eine Geschichte von einem misslungenen Fest, auch eine Geschichte von fehlender Dankbarkeit.