Keine Schule für Imame in Österreich

Themen: Warum Imame aus dem Ausland?; Frauen in Indien; Pulverfass Myanmar

Baustelle Imame-Ausbildung in Österreich

Weil sie verbotenerweise aus der Türkei finanziert wurden, hat die Regierung kürzlich die Ausweisung von 40 Imamen des türkisch-muslimischen Verbands ATIB angekündigt. Warum überhaupt Imame aus dem Ausland?

Praxis
Mittwoch, 20.6.2018, 16.05 Uhr, Ö1

Weil es in Österreich keine adäquate Imame-Ausbildung gebe, hat ein ATIB-Sprecher gegenüber Ö1 erklärt, deshalb seien die in der Türkei ausgebildeten und von dort finanzierten Imame nötig gewesen. Für die Ausbildungslücke in Österreich macht die türkisch-islamische Union - eben kurz ATIB - auch die Islamische Glaubensgemeinschaft verantwortlich. Andreas Mittendorfer hat nachgefragt, wie es um eine Imame-Ausbildung in Österreich tatsächlich bestellt ist. - Gestaltung: Andreas Mittendorfer

Nirmula, Anita und Monica - Frauen in Indien

Vergewaltigung, häusliche Gewalt, viel zu frühe Heirat. Frau sein in Indien, das scheint besonders schwer, wie Meldungen, die über das Land hinausgehen, immer wieder zeigen. Vor allem in den ländlichen Gebieten Indiens sind Frauen von all dem bedroht. Die indische Nicht-Regierungs-Organisation Sambhali will dem ein Ende setzen. Seit mehr als 10 Jahren fördert ihr Gründer, Govind Sindh Rathore, Schulbildung und Berufsausbildung für in Indien besonders benachteiligte Frauen – seien es Dalits oder muslimische Frauen. Sein Sambhali Trust hat auch eine Niederlassung in Österreich, über die Patenschaften für indische Mädchen übernommen werden können. Cornelia Vospernik hatte Gelegenheit, mit dem Gründer zu sprechen. - Gestaltung: Cornelia Vospernik

Pulverfass Myanmar - Bekannte und weniger bekannte Konflikte

Seit vielen Monaten ist Myanmar, das ehemalige Burma, im Zentrum des medialen Interesses. Die Rohingya, eine überwiegend muslimische Volksgruppe, wurde von Soldaten des burmesischen Militärs sowie vom Mob aus der lokalen Bevölkerung systematisch vergewaltigt und getötet. Etwa 700.000 Menschen sind seit August 2017 ins benachbarte Bangladesch geflohen. Führende UNO-Diplomaten sprechen von „ethnischen Säuberungen“.

Doch der Rohingya-Konflikt ist nur einer von zahlreichen bewaffneten Konflikten in einem der ethnisch vielfältigsten Länder der Welt. Von westlichen Medien werden sie kaum wahrgenommen.

Harry Myo Lin arbeitet seit Jahren als Trainer in der Konfliktlösung und im inter-religiösen Dialog und ist Länderexperte des KAICIID, des „König-Abdullah-Zentrum für interreligiösen und interkulturellen Dialog“ mit Sitz in Wien. Maria Harmer hat mit ihm über die „unsichtbaren“ Konflikte in Myanmar gesprochen. - Gestaltung: Maria Harmer

Moderation: Alexandra Mantler

Praxis 20.6.2018 zum Nachhören:

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