Immer und überall erreichbar

Haben Sie heute schon telefoniert? Eine Nachricht per SMS oder Whatsapp geschickt, Ihre E-mails am Smartphone abgerufen? Wie sieht ein normales Nutzungsverhalten aus - und was ist ungesund, weil übertrieben?

Morgengedanken 30.6.2018 zum Nachhören:

Ich glaube, ich kenne keinen einzigen Menschen mehr, der oder die kein Mobiltelefon hat. Offensichtlich ist das Handy für uns alle ein notwendiger und ständiger Begleiter geworden.

Barbara Haas
ist Leiterin des Bildungshauses St. Michael in Pfons in Tirol

Die Zeit vergessen

Auf den Straßen, im Bus, im Zug, beim Essen im Restaurant, überall sind wir erreichbar und in der Lage, schnell mit dem Handy ein Foto zu schießen, um es in den sozialen Medien zu posten. Ist das Bild gepostet, sollte das Bild vielen gefallen und zwar unmittelbar. Das kontrollieren wir natürlich.

Ich selbst besitze zwei Mobiltelefone. Eines für den Beruf und eines für meine private Nutzung. Ehrlich gesagt, mir fällt es nicht leicht, die beiden in meiner Freizeit auf die Seite zu legen und nicht erreichbar zu sein. Ich lerne es gerade. Es gibt einen Platz, da lege ich die beiden hin. Dann öffne ich die Tür und gehe in den Garten. Die Rosen, der Rittersporn, der Wein und viele andere Pflanzen brauchen meine Pflege. Ich arbeite vor mich hin, gieße die Pflanzen, schneide Verblühtes ab und beginne oft leise zu summen. Die warme Sonne tut gut. Ich vergesse die Zeit. Im Rosenpavillon suche ich Schatten und betrachte die getane Arbeit. Plötzlich fällt mir ein, dass mich ein Arbeitskollege unbedingt erreichen wollte. Ich überlege kurz. Ist es ganz wichtig? Nein, es ist Wochenende und nur meine und seine Erholung sind ganz wichtig!