Nichts Neues auf der Welt

Wie überrascht sind wir doch immer wieder von Ereignissen, die über uns hereinbrechen. Oft Unglaubliches kommt zutage, wenn wir mit ein wenig Aufmerksamkeit das Tagesgeschehen verfolgen.

Morgengedanken 13.7.2018 zum Nachhören:

Eines der Bücher, dessen Texte mich seit Jahrzehnten begleiten, ist das Buch Kohelet aus dem Alten Testament. Entstanden im dritten vorchristlichen Jahrhundert, enthält dieser provokante Traktat zur Frage des Menschen nach dem Glück Sprüche der Weisheit, Ratschläge für das Leben und Warnungen vor verfehlter Lebensführung.

Dr. Peter Tropper
ist Leiter des Diözesanarchives Gurk-Klagenfurt

„Alles hat seine Stunde“

Die Aussagen über den Umgang mit Zeit, Besitz und Glück sind von zeitloser Aktualität: „Es gibt nichts Neues unter der Sonne“ (Koh. 1,9) ist nur einer der sehr bekannten Sätze in diesem Buch. Kohelet ermuntert den Menschen, den jeweiligen Augenblick zu nutzen, Freude zu genießen und kraftvoll zu handeln, immer im Bewusstsein um die eigene Vergänglichkeit, um die Tatsache, dass der Mensch auf Alter und Tod zugeht. Denn „alles was kommt, ist Windhauch“ (Koh. 11,8).

Manche Passagen aus diesem Buch haben auch Eingang in die Musik des 20. Jahrhunderts gefunden wie etwa Kohelet 3, wo es heißt: “Alles hat seine Stunde. Für jedes Geschehen unter dem Himmel gibt es eine bestimmte Zeit: eine Zeit zum Gebären und eine Zeit zum Sterben, … eine Zeit zum Lieben und eine Zeit zum Hassen.“