Homosexualität und die katholische Kirche

Themen: Nicaragua - Angriff auf eine Kirche; Homosexualität als Bewährungsprobe für die katholische Kirche

Nicaragua: Kirche unter Beschuss

Das lateinamerikanische Land Nicaragua kommt seit Monaten nicht zur Ruhe. Bei Protesten gegen die Politik des autoritär regierenden Präsidenten Daniel Ortega sind seit April mehr als 300 Menschen getötet und mehr als 2.000 verletzt worden. Von Regierungsseite gehen vor allem paramilitärische Schlägertrupps, zum Teil aber auch die Polizei, gegen die Demonstranten vor. Diese werfen Ortega unter anderem Machtmissbrauch, Korruption sowie insgesamt einen diktatorischen Regierungsstil vor. Und damit jenem Mann, der einst selbst als sandinistischer Rebellenführer gegen die Diktatur des Somoza-Regimes in Nicaragua gekämpft hatte. Seit Wochen versuchen auch die katholischen Bischöfe des Landes für eine friedliche Lösung zu vermitteln, sind aber selbst immer stärker zwischen die Fronten geraten. Erst am vorvergangenen Wochenende waren der Erzbischof sowie der Weihbischof von Managua und der Papstbotschafter des Landes von Paramilitärs angegriffen worden. Und: Am vergangenen Wochenende wurden beim Angriff auf eine Kirche, wo sich Studierende verschanzt hatten, zwei Personen getötet und Dutzende verletzt.

Praxis
Mittwoch, 18.7.2018, 16.05 Uhr, Ö1

Um auf die schwierige Lage in Nicaragua aufmerksam zu machen, war eine Gruppe von Aktivistinnen und Aktivisten aus Nicaragua kürzlich quer durch Europa unterwegs. Auf Vermittlung der Dreikönigsaktion, des Hilfswerks der Katholischen Jungschar, hat Andreas Mittendorfer zwei Aktivistinnen zum Interview getroffen. - Gestaltung: Andreas Mittendorfer

Von Sünde, Segen und Seelsorge - Homosexualität und die katholische Kirche

Vor wenigen Wochen haben im Salzburger Bad Gastein die Unterlagen aus einem katholischen Firmunterricht für Aufregung gesorgt: „Homosexuelle Akte“ waren darin als Sünde aufgelistet. Nach heftiger Kritik hat sich der zuständige Pfarrer entschuldigt. Beinahe zeitgleich betont Papst Franziskus, eine Familie als Ebenbild Gottes seien einzig Mann und Frau. Und in einem internen Papier des Vatikan fordern junge Homosexuelle, Bisexuelle und Transgender von der katholischen Kirche mehr Aufmerksamkeit für ihre Bedürfnisse. Ein Thema, das die katholische Kirche ganz offenbar beschäftigt - wenn auch weltweit betrachtet recht unterschiedlich. Inwiefern ist Homosexualität heute eine Bewährungsprobe für die katholische Kirche, laut deren offizieller Lehre homosexuelle Neigungen ja nach wie vor als - so der Terminus - „objektiv ungeordnet“ angesehen werden? Wie nah wollen homosexuelle Paare der Kirche sein - wo doch aus genau diesen Kreisen oft Äußerungen wie „Sünde“ oder das besagte „ungeordnet“ zu hören sind? Julia Wötzinger hat Stimmen gesammelt - etwa von einem Paar, das der katholischen Kirche eben nah bleiben wollte. - Gestaltung: Julia Wötzinger

Moderation: Alexandra Mantler

Praxis 18.7.2018 zum Nachhören:

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