Jakobus der Ältere

Spanien kennen viele ja als Urlaubsland. Jenseits von lauten Partymeilen und überfüllten Stränden befindet sich dort ein traditionsreiches Pilgerzentrum.

Morgengedanken 25.7.2018 zum Nachhören:

Heute wird in Santiago de Compostela der „Botafumeiro“, das große Weihrauchfass, geschwungen. Zischend und fauchend fährt es durch das Querschiff der Jakobus-Kathedrale am Ziel der berühmten Wallfahrt nach Santiago.
Es ist nämlich der Festtag des Jakobus, der der Legende nach an diesem Ort in Spanien angekommen ist, auch sein Grab wird hier verehrt. In der Kathedrale kann man auch eine Büste, die Reliquien des heiligen Jakobus enthält, von hinten umarmen und damit um Glück und Segen bitten.

Ingrid Leitner
ist katholische Pastoralassistentin der Pfarre St. Paul in Salzburg

Der Jakobsweg

Wer war Jakobus? Jakobus der Ältere, der in Santiago verehrt wird, war ein Jünger Jesu. Gemeinsam mit seinem Bruder Johannes gehörte er zu den zwölf Aposteln und zu den engsten Vertrauten Jesu. Die beiden Brüder dürften ein ungestümes Temperament gehabt haben, weil Jesus sie einmal als Donnersöhne bezeichnet hat.
Sein Leben fand ein gewaltsames Ende. Jakobus der Ältere wurde um 42 nach Chr. als erster der zwölf Apostel durch Herodes Agrippa I. in Jerusalem hingerichtet.

Jahrhunderte später bildeten sich Legenden, dass Jakobus bis nach Spanien, nach Santiago de Compostela, gekommen sei. Eine Wallfahrt kam auf, sternförmig führte sie aus ganz Europa auf verschiedenen Wegen zusammen. Sie übte eine starke Faszination aus und wurde nach Jerusalem die bedeutendste Wallfahrt. In den letzten Jahrzehnten erlebte sie wieder einen großen Aufschwung und wir kennen viele Frauen und Männer, die bis zu 3.000 km gepilgert sind, um dieses große Ziel zu erreichen.