Warum gibt es Leid?

Auch wenn im Sommer die Tage lang und hell sind - düsterer Stimmung kann man zu jeder Jahreszeit sein. Und dann?

Morgengedanken 10.8.2018 zum Nachhören:

Warum gibt es Leid auf der Welt? Es entsteht dort, wo die Niederlage des einen Lebewesens auf die Hartherzigkeit des anderen stößt. Es mangelt nicht an mitfühlenden Herzen in der Welt, nur leider sind sie nicht immer genau dort, wo sie am dringendsten vonnöten wären.

Aglaia Maria Poscher-Mika
ist Sängerin, Musiktherapeutin und Beauftragte der Diözese Feldkirch für den interreligiösen Dialog

Mut und Zuversicht

Woher kommt die Fähigkeit, mit einem anderen Menschen oder Lebewesen fühlen zu können? Wir erfahren sie sehr früh. Es sei wissenschaftlich messbar, dass die Herzfrequenzen von Mutter und Kind miteinander synchronisiert sind. Eine liebevolle Mutter, ein liebender Vater weiß intuitiv, was für ein Kind gerade wichtig und wohltuend ist. Mitgefühl schafft also Nähe. Und Nähe schafft Mitgefühl.

Das Christentum kennt die Barmherzigkeit Gottes, welche den Menschen ob all seiner Unzulänglichkeit wie ein liebender Vater annimmt. Denken wir nur an das Gleichnis des verlorenen Sohnes. Im Judentum zeigt sich diese Kraft als Gottes Treue, denn dieser wendet sich unablässig den Menschen zu. Auch im Koran, dem heiligen Buch der Muslime, wird Gott am allerhäufigsten als „erbarmungsvoll“ und „barmherzig“ bezeichnet. Vielleicht kann uns das Vertrauen in eine göttliche Liebe heute zur rechten Zeit Mut und Zuversicht schenken.