50 Jahre Prager Frühling

Themen: Der Prager Frühling aus Sicht der Kirchen; Führung durch die Abtei Seckau; Porträt von Zekirija Sejdini; Bibelessay von Wolfgang Treitler

Niedergewalzte Hoffnungen – Der Prager Frühling aus Sicht der Kirchen

Glasnost und Perestroika - so haben sie geheißen, die beiden Leitlinien Michail Gorbatschows, die schließlich den Sowjet-Kommunismus zu Fall gebracht haben.

Weihbischof Vaclav Maly Prag Tschechien

ORF/Brigitte Krautgartner

Weihbischof Vaclav Maly

Gut 20 Jahre zuvor - im Jahr 1968 - hatte man in der damaligen Tschechoslowakei Kurs in eine vergleichbare Richtung gesetzt: Liberalisierung und Pluralismus, das waren die Prinzipien, nach denen man sich damals ausgerichtet hat. Allerdings: Der Prager Frühling war nicht von Dauer. Vor 50 Jahren - in der Nacht auf den 21. August 1968 - wurde er von den Panzern sogenannter Bruderstaaten niedergewalzt.

John Lennon Wall Prag Tschechien

ORF/Brigitte Krautgartner

John Lennon Wall in Prag

Was in der Folge auf das aufmüpfige Land zukam, das bezeichnet der Prager Weihbischof Vaclav Maly als „bleierne Zeit“. Ihn und andere Personen hat Brigitte Krautgartner besucht, um den Prager Frühling zu würdigen.

Seckau - Der „Dom im Gebirge“

Wer in der sommerlichen Hitze nach Erfrischung sucht, mag in einem Freibad gut aufgehoben sein. Wer echte Abkühlung wünscht, könnte es einmal mit einer Kirche probieren. Und: Je älter sie ist, desto besser. Besonders empfehlenswert wäre da zum Beispiel die Abteikirche in Seckau, in der Nähe von Knittelfeld in der Obersteiermark. Auf 843 Metern Seehöhe hat sie freilich einen gewissen Startvorteil. Außerdem zählt sie im Barock geprägten Österreich zu den wenigen Beispielen romanischer Baukunst - und sie hat heuer ein großes Jubiläum zu feiern:

Seit dem Jahr 1218 war Seckau der offizielle Amtssitz eines Bischofs - als Oberhirte eines Teils der heutigen Steiermark. Aus diesem kleinen „Bistum Seckau“ hat sich in den vergangenen 800 Jahren die heutige römisch-katholische Diözese Graz-Seckau entwickelt, die nunmehr das gesamte Bundesland umfasst.

Markus Veinfurter hat aus diesem Anlass die Abtei in der Obersteiermark besucht und sich von einer Kunsthistorikerin durch das altehrwürdige Gemäuer führen lassen .

Der stille Aufklärer – Ein Porträt Zekirija Sejdinis

Plakative Schlagwörter und große Gesten im Rampenlicht sind nicht Seines: Der islamische Theologe und Religionspädagoge Zekirija Sejdini geht seinen eigenen Weg. Der 45-Jährige hat sich vor allem der inhaltlichen Arbeit an seinem Lebensprojekt verschrieben, nämlich einen europäischen Islam, ausgerichtet an den Prinzipien der Menschenrechte, zu etablieren.

Lebenskunst
Sonntag, 19.8.2018, 7.05 Uhr, Ö1

Seit 2017 leitet der gebürtige Mazedonier Sejdini das damals neu gegründete Institut für islamische Theologie und Religionspädagogik an der Universität Innsbruck. Zu seinen Schwerpunkten zählt ganz klar der interreligiöse Dialog. Und für seine Arbeit in diesem Bereich wurde Zekirija Sejdini heuer auch schon der Kurt-Schubert-Gedächtnis-Preis vom Forum für Weltreligionen verliehen, als erstem Muslim überhaupt. Im Gespräch erzählt er von seiner Idee, eine neue und neuartige Moscheegemeinde in Innsbruck zu gründen.

Kerstin Tretina hat Zekirija Sejdini, den stillen Aufklärer, in seiner Wahlheimat Innsbruck besucht.

„Ich bin das lebendige Brot“ – Bibelessay zu Johannes 6, 51 - 58

Die Evangeliumsstelle, die am 20. Sonntag im Jahreskreis in katholischen Kirchen gelesen wird, dreht sich um die „Eucharistie“, also um das sogenannte Altarsakrament, das an das letzte Abendmahl erinnert, das Jesus von Nazareth mit seinen Begleitern gefeiert hat. Der Autor des Johannes-Evangeliums reflektiert das auf seine ganz eigene, durchaus erklärungsbedürftige Weise. Gedanken dazu kommen von dem Wiener Theologen und Judaisten Wolfgang Treitler.

Bibelessay zu Johannes 6, 51 - 58

Moderation: Martin Gross

Lebenskunst 19.8.2018 zum Nachhören: