Sein und Werden

Wir sind auf diese Welt gekommen, ohne gefragt worden zu sein. Die Eltern haben uns gezeugt. Vielleicht aus Liebe, vielleicht kam es anders dazu. Jetzt sind wir da. Jeder und jede mit seiner und ihrer Geschichte bis zum heutigen Tag.

Gedanken für den Tag 10.9.2018 zum Nachhören:

An der Vergangenheit können wir nichts mehr ändern. Sie ist vergangen und kommt auch so nie wieder. Manche finden das tragisch, hätten sie doch vieles gerne anders gemacht. Aber das ist vorbei. Für die Zukunft kann man etwas daraus lernen.

Matthias Beck
ist katholischer Theologe und Medizinethiker

Die Gegenwart ist jetzt

Was die Zukunft allerdings bringt, wissen wir nicht. Wir wissen nicht einmal genau, ob sie überhaupt kommt. Eigenartig: Die Vergangenheit gibt es nicht mehr und die Zukunft gibt es noch nicht. Die nächsten zehn Minuten waren noch nie da in der Weltgeschichte. Das hat den Philosophen Martin Heidegger dazu gebracht zu sagen: Eigentlich gibt es nur die Gegenwart der Vergangenheit, die Gegenwart der Zukunft und die Gegenwart der Gegenwart.

Die Vergangenheit hat uns alle geprägt und daran ist auch nichts mehr zu ändern. Die Gegenwart ist jetzt, Sie hören gerade Radio. Und die Zukunft des heutigen Tages haben Sie vielleicht ungefähr im Auge. Achten Sie doch einmal darauf, dass wir eigentlich immer nur das Jetzt haben, die Gegenwart: die Gegenwart der Vergangenheit, die Gegenwart der Gegenwart und die Gegenwart der Zukunft. Das Jetzt ist sogar ein Hinweis auf die Ewigkeit. In diesem Sinne wünsche ich Ihnen einen schönen Tag.

Musik:

Heinz Holliger/Oboe und Academy of St. Martin in the Fields unter der Leitung von Iona Brown: „Andante - 1. Satz“ aus: Konzert für Oboe, Streicher und B.c. in e-moll von Georg Philipp Telemann
Label: Philips 4128792