Seelengrund des Menschen

Der Mensch darf sein Glück finden und zur Entfaltung seines Lebens kommen. Aus christlicher Sicht ist er tief in seinem Inneren angebunden an das Göttliche: „Du bist mir innerlicher als ich mir selbst bin“, sagt Augustinus.

Gedanken für den Tag 14.9.2018 zum Nachhören:

Die mittelalterliche Mystik nennt es den Seelengrund des Menschen. Daher kommt übrigens das deutsche Wort „Grund“. In diesem Seelengrund kann der Mensch eine göttliche Dimension finden, die ihn übersteigt. Und diese Dimension wird im Christentum mit dem Heiligen Geist bezeichnet. Dieser treibt den Menschen an, dieses oder jenes zu tun, es ist Teil seines Gewissens. In diesem Gewissen gibt es verschiedene „Stimmen“ und Antriebe. Solche aus dem menschlichen Ich, den Beeinflussungen aus der Umgebung, es gibt sogar Stimmen der Verführung und aus dem göttlichen Grund.

Matthias Beck
ist katholischer Theologe und Medizinethiker

Botschaften des Lebens

Stimmen natürlich nicht so, wie ein schizophrener Patient Stimmen hört, sondern diese Stimmen sind leise, sie sprechen in der Weise des Schweigens. Jeder Mensch kann lernen, diese verschiedenen Antriebe in seinem Inneren zu unterscheiden. Man nennt dies die Unterscheidung der Geister. Überall dort, wo der Mensch den göttlichen Antrieben folgt, findet er seinen inneren Frieden, seine Freude und schrittweise seine Erfüllung und Lebensentfaltung.

Das hat nichts mit Egoismus zu tun, sondern damit, dass der Mensch auf die Botschaften des Lebens, auf die Ereignisse und auch auf die Botschaften seines Leibes hören soll. Sie haben ihm etwas zu sagen.

Musik:

Michala Petri/Blockflöte und Academy of St. Martin in the Fields unter der Leitung von Iona Brown: „Menuet I, II - 4. Satz“ aus: Suite für Blockflöte, Streicher und Continuo in a-moll von Georg Philipp Telemann
Label: Philips 4100412