Vertuschung und Aufarbeitung

Themen: Missbrauch in der katholischen Kirche; Protestanten und Vatikan im Dialog; Orthodoxer Kirchenstreit um Ukraine; Jugendliche wandern für Obdachlose

Missbrauchsskandale: Katholische Kirche unter Druck

Gläubige, Priester und die Gesellschaft in Deutschland sind aufgewühlt. Eine Studie über sexualisierte Gewalt in der katholischen Kirche zeigt: Seit Ende des Zweiten Weltkrieges haben mehr als 1600 Priester tausendfach sexuelle Gewalt an Kindern und Jugendlichen ausgeübt, vielfach Vergewaltigungen. Die Studie, die von der Deutschen Bischofskonferenz selbst in Auftrag gegeben worden ist, zeigt auch, wie sehr die Strukturen der Kirche den Missbrauch ermöglicht und vertuscht haben.

Praxis
Mittwoch, 19.9.2018, 16.05 Uhr, Ö1

Ein weltweites Problem. In den vergangenen Monaten haben auch Missbrauchsskandale in Chile und den USA die katholische Kirche erschüttert. Und am Wochenende wurden auch zahlreiche sexuelle Übergriffe bekannt, die holländische Würdenträger begangen oder vertuscht haben sollen. Der Vatikan kommt weiter unter Druck, strengere und transparentere Regeln gegen Missbrauch einzuführen. Papst Franziskus will nun die Chefs aller nationalen Bischofskonferenzen zu einem Kirchengipfel vom 21. bis zum 24. Februar 2019 in den Vatikan laden. Aus Berlin und Rom berichten ORF-Korrespondentinnen Hanna Sommersacher und Katharina Wagner.

Protestanten und Vatikan vereinbaren Dialog

Die Gemeinschaft Evangelischer Kirchen Europas, die GEKE, hat bei ihrer Vollversammlung in Basel vom 14. - 18. September mit dem Vatikan die Aufnahme offizieller Dialog- und Ökumene-Gespräche vereinbart. Ziel der Gespräche und Verhandlungen ist es, zu einer gegenseitigen Anerkennung und Verständigung der Kirchen und Kirchengemeinschaften zu gelangen. Der bisherige Generalsekretär, der österreichische Bischof Michael Bünker, tritt nicht mehr an, auf ihn folgt der 41-jährige Pfarrer und derzeitige Leiter des Büros in Wien, Mario Fischer aus Deutschland. Bisher war dies eine ehrenamtliche Funktion, nun eine hauptamtliche. Über seine Pläne und Schwerpunkte hat Mario Fischer mit unserer ORF-Schweiz-Korrespondentin Raphaela Stefandl gesprochen.

Orthodoxer Kirchenstreit über Hoheit in Ukraine

Im Streit über die orthodoxe Kirche in der Ukraine setzt die russisch-orthodoxe Kirche scharfe Schritte gegen das Ökumenische Patriarchat von Konstantinopel. Für ihre Geistlichen gilt nun etwa ein Gottesdienst-Verbot mit Priestern des Ökumenischen Patriarchats. Ebenso werde sich die russisch-orthodoxe Kirche aus allen orthodoxen Bischofskonferenzen, theologischen Dialogen, multilateralen Kommissionen usw. zurückziehen, „wo Repräsentanten des Patriarchats von Konstantinopel als Vorsitzende oder Ko-Vorsitzende fungieren“.

Der Außenamtschef der russisch-orthodoxen Kirche, Metropolit Hilarion, sagte nach Angaben russischer Nachrichtenagenturen, diese Entscheidungen entsprächen „ungefähr dem Abbruch diplomatischer Beziehungen“ zwischen Staaten. Das Moskauer Patriarchat betrachtet die Ukraine als ihr kanonisches Territorium und spricht Konstantinopel das Recht ab, Bischöfe für das osteuropäische Land zu ernennen. Patriarch Bartholomaios I. von Konstantinopel hatte vor einer Woche zwei Bischöfe zu Exarchen für die Ukraine ernannt und sie beauftragt, in dem Land die Bildung einer eigenständigen (autokephalen) und damit von Moskau unabhängigen Kirche mit eigenem Oberhaupt vorzubereiten. Die russisch-orthodoxe Kirche will ihre Oberhoheit über die orthodoxe Kirche in der Ukraine behalten. Aus Moskau berichtet ORF-Korrespondent Christian Lininger.

Heimo, Katrin und Alina wandern für Obdachlose

Mit einer spektakulären Aktion wollen drei Jugendliche auf das Thema Obdachlosigkeit in Österreich aufmerksam machen: Sie wandern jetzt gerade vom tiefsten zum höchsten Punkt Österreichs.

Telefonnummer:
+43/676/33 64 072

Und sie sammeln dabei Spenden, um obdachlosen Menschen einen Schlafplatz und eine warme Mahlzeit zu finanzieren. - Gestaltung: Roberto Talotta

Moderation: Alexandra Mantler

Praxis 19.9.2018 zum Nachhören:

Mehr dazu:

Links: