„Ein harter Schnitt“

Über die religiöse Praxis des Schächtens: In der Hitze des Sommers wurde sie wieder entfacht: die Diskussion um das sogenannte Schächten.

Ein Landesrat in Niederösterreich hatte Verschärfungen beim Schächten sowie die Registrierung von Konsument/innen von koscherem bzw. Halal-Fleisch gefordert. Die Islamische Glaubensgemeinschaft Österreich (IGGÖ) und vor allem die Israelitische Kultusgemeinde (IKG) äußerten massive Kritik und Bedenken. IKG-Präsident Oskar Deutsch befürchtete, dass künftig nur mehr Jüdinnen und Juden koscheres Fleisch kaufen dürften, die zuvor namentlich registriert worden seien. Die Wogen gingen daraufhin hoch. Mittlerweile hat Niederösterreich eine Neuregelung bekommen, die keine Registrierung der Abnehmer/innen vorsieht.

Tao
Samstag, 20.10.2018, 19.05 Uhr, Ö1

Viele Standpunkte zu einem Thema

Für das Schächten charakteristisch ist das Durchtrennen der Halsschlagader des Tieres durch einen schnellen Schächtschnitt ohne vorhergehende Betäubung, dann bluten die Tiere aus. In Österreich ist Schächten derzeit laut dem Tierschutzgesetz des Bundes, das von den Ländern vollzogen wird, erlaubt – allerdings unter bestimmten Auflagen. Schächtungen in der eigenen Küche oder im Garten sind nicht gestattet.

Die Debatte hat aber erneut viele Fragen aufgeworfen: Warum werden Tiere im Judentum und im Islam rituell geschlachtet? Welche Unterschiede bestehen dabei zwischen Judentum und Islam? Wer ist überhaupt befugt, Tiere zu schächten? Geht es dabei um mehr als um die bloße Art des Tötens? Wie weit geht die Religionsfreiheit, wie weit der Tierschutz? Wird das Thema gar für einen Kulturkampf instrumentalisiert? Fest steht, dass es eine Vielzahl von Standpunkten zum Thema gibt: Die einen geben an, die besondere Grausamkeit des Schächtens belegen zu können, die anderen die besondere Tierfreundlichkeit der Methode. In der Sendung werden religiöse und säkulare Expert/innen zum Thema befragt und Fakten und Hintergrundinformationen zur religiösen Praxis des Schächtens geliefert.

Gestaltung: Kerstin Tretina

Tao 20.10.2018 zum Nachhören: