Zurufe

Es gibt sie, die Zurufe, die von irgendwoher zu kommen scheinen und die einem Menschen etwas bedeuten können. Im Alten Testament hat Samuel auf diese Zurufe geantwortet. Und wie sieht es bei uns aus?

Morgengedanken 14.10.2018 zum Nachhören:

Hören Sie auch manchmal Stimmen? Stimmen, die Sie nicht zuordnen können, die Ihnen aber vertraut sind? Vor einiger Zeit saß ich am Ufer der Alm in Oberösterreich und verweilte so in meinen Gedanken. Seit dem Tod meines Vaters im Jahr 2005 habe ich hier und da schon öfter das Gefühl gehabt, dass mich jemand Vertrautes anspricht, ich diese Stimme jedoch nicht genau zuordnen kann. Diese Stimme gibt mir in Zeiten der Unsicherheit und vor schwierigen Entscheidungen einen unbeschreiblichen Halt.

Jörg Fuhrmann
ist Palliativpfleger und Seniorenheimleiter in Salzburg

„Hier bin ich“

Immer wieder denke ich an die Geschichte der Berufung des jungen Samuel. Der junge Samuel wird vom Herrn dreimal gerufen und jedes Mal antwortet Samuel: „Hier bin ich“. Samuel hörte eine vertraute Stimme, jedoch war sie ihm auch fremd. Eli, der Samuel beaufsichtigte, erkannte jedoch, dass es Gott war, der Samuel gerufen hatte.

Im beruflichen Alltag als Krankenpfleger und Heimleitung werde ich täglich mit den Geschichten und den Wünschen unserer älteren Bewohner konfrontiert. Sie wünschen sich so sehr, beim Namen gerufen zu werden. Diesen tiefen Wunsch im Herbst des Lebens kann ich verstehen. Auch ich genieße es hier und da, diese vertraute und doch fremde Stimme zu hören, die mich beim Namen ruft. Ich wünsche Ihnen eine solch kraftspendende und vertraute Stimme in Ihrem Alltag und hoffe, dass wir stets bereit sind zu antworten: „Hier bin ich“.