Gedenken an Shoah-Opfer in Maly Trostinec

Themen: Interreligiöse Feier für Shoah-Opfer; Ein Museum für Brot; Die vielen Seiten des Buddhismus; Bibelessay von Brigitte Schwens-Harrant

Lebendige Erinnerung – Interreligiöse Feier in Maly Trostinec

Tausende Menschen haben in den 1940er Jahren in und bei der weißrussischen Hauptstadt Minsk ihr Leben lassen müssen. Damit sie nicht vergessen, damit sie nicht totgeschwiegen werden, veranstalten eine Wienerin und ihr Verein seit Jahren Gedenkreisen. Im Rahmen dieser Gedenkreisen des Vereins „IM-MER - Maly Trostinec erinnern“ – wird im Herzen von Minsk, gleich neben dem ehemaligen sogenannten Minsker Ghetto, auch jedes Jahr eine interreligiöse Trauerfeier für die österreichischen Opfer der Shoah in Minsk und Maly Trostinec abgehalten.

Lebenskunst
Sonntag, 21.10.2018, 7.05 Uhr, Ö1

Das Ghetto in Minsk war ein von den deutschen Besatzungstruppen abgeriegelter Stadtbezirk im Nordwesten der weißrussischen Hauptstadt, in dem die Nationalsozialisten von Juli 1941 bis zum Oktober 1943 die jüdischen Bewohnerinnen und Bewohner von Minsk, ab November 1941 zusätzlich auch deportierte Jüdinnen und Juden beispielsweise aus Deutschland und Österreich, gefangen hielten, verhungern ließen und ermordeten. Bei der Trauerfeier vor der Gedenkstätte für die österreichischen Opfer der Shoah in Weißrussland waren neben geistlichen Vertretern aus Judentum und Christentum auch Überlebende des Minsker Ghettos anwesend, die sich an prägende Momente dieser dunklen Zeit erinnerten. Kerstin Tretina mit einer Reportage aus Minsk und Maly Trostinec.

Ein Museum für Brot – Das „Paneum“

Brot, lateinisch „panis“, ist Leben, ist für viele Menschen überlebensnotwendig. Kein anderes Nahrungsmittel spielte und spielt eine derart herausragende Rolle - nicht nur in unserer Ernährung, sondern auch im Alltag, in Kulturen, Religionen und nicht zuletzt im Sprachgebrauch. Vergangene Woche wurde - wie jedes Jahr am 16. Oktober gleichzeitig mit dem Welternährungstag – der internationale „Tag des Brotes“ begangen.

Brotmuseum Paneum

ORF/Maria Harmer

Totem-Pfähle für Maisgötter: Peter Augendopler in seinem Privatmuseum „Paneum“

In Österreich gibt es sogar ein eigenes Museum, in dem Brot in allen Facetten rund ums Jahr im Mittelpunkt steht. Gegründet wurde die private Einrichtung vor einem Jahr vom Inhaber des international tätigen Familienunternehmens „backaldrin“, Peter Augendopler: eine welt- und zeitumspannende Sammlung mit hunderten – auch religiös höchst interessanten - Exponaten und einer verbindenden Klammer: Brot. Maria Harmer war im „PANEUM – der Wunderkammer des Brotes“ im oberösterreichischen Asten.

Die vielen Seiten des Buddhismus – Bericht vom „Tag der offenen Tempeltür“

Die österreichische buddhistische Religionsgesellschaft hat landesweit am 14. Oktober ihre Tempeltüren für alle Interessierten geöffnet. Zum Zentrum in der Wiener Innenstadt sind rund 120 Besucherinnen und Besucher gekommen und konnten so drei verschiedene buddhistische Lehren kennenlernen und in Meditationen und ein Rauchopferritual eintauchen. Eine von ihnen: Susanne Krischke, die für LEBENSKUNST dabei war. Die österreichischen Buddhist/innen sind seit 1983 in Österreich als Religionsgemeinschaft anerkannt. Zur Zeit hat diese an die 4.000 offizielle Mitglieder. In ganz Österreich sollen rund 25.000 bis 30.000 Menschen ernsthaft Buddhismus praktizieren und ihre spirituelle Seite zum Klingen bringen.

Wer darf Erster sein? - Bibelessay zu Markus 10, 35 - 45

Von Herrschern, die ihre Völker unterdrücken und Mächtigen, die ihre Möglichkeiten missbrauchen, ist die Rede - im Evangelium, das an diesem Sonntag in den katholischen Kirchen gelesen wird. Für LEBENSKUNST hat sich Brigitte Schwens-Harrant dazu Gedanken gemacht. Sie ist katholische Theologin, Germanistin und Feuilleton-Chefin der Wochenzeitung „Die Furche“.

Bibelessay zu Markus 10, 35 – 45

Moderation: Martin Gross

Lebenskunst 21.10.2018 zum Nachhören:

Buchhinweis:

Waltraud Barton, IM-MER (Hg.), „Maly Trostinec - das Totenbuch. Den Toten ihre Namen geben“, erhältlich bei: Verein IM-MER, A-1090 Wien, Lazarettgasse 30/34

Links: