Jugend und Kleriker

Themen: Wünsche der Jugendlichen an die Kirche; Film: Abrechnung mit dem Klerus in Polen; Bruch in der Orthodoxie; 50 Gemeinschaft Sant’ Egidio

Synode im Vatikan: Jugendliche wollen mehr Mitsprache in der Kirche

Im Vatikan geht diese Woche eine Synode zu Ende, wie sie so noch nie stattgefunden hat, und das in vielerlei Hinsicht. Über 250 Kirchenvertreter aus der ganzen Welt sind drei Wochen lang im Vatikan zusammengekommen, um zum ersten Mal das Thema Jugend ins Zentrum ihrer Diskussion zu stellen. Unter dem Titel „Jugend, Glaube und Berufungsunterscheidung“ hatten auch über 30 Jugendliche, die an der Bischofssynode teilgenommen haben, die Möglichkeit, über ihre Lebensrealitäten und Anliegen in der Kirche zu sprechen.

Praxis
Mittwoch, 24.10.2018, 16.05 Uhr, Ö1

Ein roter Faden zieht sich hier durch die Wünsche aller Jugendlichen weltweit: Sie wollen in ihrer Kirche mehr Mitsprache und Verantwortung übernehmen, eine aktivere Rolle spielen. Wie dieser Wunsch in das Schlussdokument einfließen wird, ist die Frage dieser letzten Tage der Bischofsynode, in denen die Kirchenvertreter an dem Entwurf dazu arbeiten. Die Jugendlichen wünschen sich jedenfalls, dass ihre Stimme in dem Dokument so deutlich wie möglich herauszulesen ist. - Gestaltung: Katharina Wagner

Polen: Abrechnung mit dem Klerus im Kino

Ein Spielfilm über die katholische Kirche rüttelt zur Zeit Polen auf. Der Film „Kler“ von Regisseur Wojciech Smarzowski bricht ein Tabu und kritisiert Macht, Pädophilie und Geldgier des Klerus - und hat eine heftige Debatte ausgelöst. Drei Millionen Zuschauer/innen in drei Wochen haben den umstrittenen Kinofilm schon gesehen. - Gestaltung: Jan Pallokat

Bruch in der Orthodoxie und Kampf um die Autokephalie der Ukraine

Die Christenheit erlebt zur Zeit die größte Erschütterung seit dem Bruch zwischen Byzanz und Rom im Jahre 1054. Doch während vor knapp 1000 Jahren die Einheit der Christenheit durch die Spaltung in katholische und orthodoxe Welt zerbrach, geht es nun um eine tiefe Krise der orthodoxen Welt. Anlass dazu ist ein doppelter Machtkampf; einerseits geht es um den Kampf der Ukraine um ihre Unabhängigkeit von Russland, ein Kampf, der nicht nur mit der Annexion der Halbinsel Krim und dem Krieg in der Ostukraine verbunden ist, sondern der auch eine religiöse Dimension hat.

Noch dominiert die orthodoxe Kirche des Moskauer Patriarchats das religiöse Leben in der Ukraine, doch zwei ukrainische orthodoxe Kirchen wollen sich nun vereinigen und damit die Autokephalie, also den Status einer selbstständigen Landeskirche, erhalten. Dieses Bestreben gibt es seit dem Zerfall der Sowjetunion im Jahre 1991; doch nun hat es Aussicht auf Erfolg, weil dieses Streben auch der Ökumenische Patriarch von Konstantinopel, dem heutigen Istanbul, unterstützt. Denn zwischen Istanbul und Moskau tobt ein Kampf um die informelle Vorherrschaft in der christlichen Orthodoxie, in deren Brennpunkt nun die Entwicklung in der Ukraine steht. - Gestaltung: Christian Wehrschütz

50 Jahre Sant’ Egidio

Schon mehrmals haben sie es geschafft, Frieden zu stiften, wo keiner damit gerechnet hätte: Die katholische Gemeinschaft Sant’ Egidio wurde vor 50 Jahren in Rom gegründet, begann mit Sozialarbeit und ist seit vielen Jahren auch in der Vermittlung von Friedensbemühungen tätig. Etwa in Mozambik, im Südsudan oder in Kolumbien. Rund 300 hohe Würdenträger aus den verschiedenen Religionen, vom christlich-orthodoxen Metropoliten über den Oberrabbiner bis hin zum buddhistischen Mönch, chinesischen Bischöfen und Anhängern Zarathustras, sie alle sind vor einer Woche in die italienische Stadt Bologna gekommen, zum 32. Friedenstreffen der Gemeinschaft von Sant’ Egidio. Dutzende Arbeitskreise etwa zu den Themen Frieden, Gerechtigkeit, Armut; ein festlicher Beginn in der Bologneser Kongresshalle; ein würdevoller und stimmungsvoller Abschluss auf der Piazza Maggiore von Bologna. - Gestaltung: Roberto Talotta

Moderation: Alexandra Mantler

Praxis 24.10.2018 zum Nachhören:

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