Gedenkjahr 2018

2018 ist ein Jahr des Gedenkens an viele historische Ereignisse des 20. Jahrhunderts. Warum das Erinnern daran für die Gegenwart und die Zukunft wichtig ist, beschreibt Olivier Dantine.

Morgengedanken 4.11.2018 zum Nachhören:

Das Jahr 2018 ist ein besonderes Gedenkjahr, vor allem im gerade begonnenen Monat November häufen sich die Gedenktage. Vor 100 Jahren, im November 1918 endete der Erste Weltkrieg, ein Krieg, der Europa nachhaltig verändert hat. Am 12. November feiert Österreich den 100. Jahrestag der Gründung der Ersten Republik, ein einschneidendes Ereignis für unser Land. Und 80 Jahre ist es her, dass am 9. November 1938 ein von den Nationalsozialisten gezielt provoziertes Pogrom zum ersten Höhepunkt der Judenverfolgung im Deutschen Reich führte.

Olivier Dantine
ist Superintendent der evangelischen Kirche für Salzburg und Tirol

Verbindung zwischen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft

Ereignisse, die so lange her sind, dass sich immer weniger Menschen an sie persönlich erinnern können. Aber gerade deswegen ist das Gedenken wichtig. Gedenken ist auch mehr als ein Blick in die Vergangenheit. Nur wer die Geschichte kennt in ihren schönen und erfolgreichen wie auch in den dunkelsten Ereignissen, der kann auch die Gegenwart verstehen. Was macht unser Land, was macht Europa heute aus? Warum sind die Menschen mit ihrer Vielfalt an Weltanschauungen so wie sie eben sind? Ein guter Teil der Antworten findet sich in der Geschichte.

Und weil wir aus der Vergangenheit auch Lehren ziehen sollen, dient das Erinnern auch einem guten und friedlichen Zusammenleben für kommende Generationen. Das Gedenkjahr 2018 wird so zu einer Verbindung zwischen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft.