Wohin gehen wir?

Es sind oft eigenartige Wege, die einem im Leben gewiesen werden, Wege, die man selbst einschlägt.

Morgengedanken 20.11.2018 zum Nachhören:

Wohin gehen wir? Diese Frage stellt sich regelmäßig, wenn man eine Bergtour plant. Die Route darf nicht zu leicht, aber auch nicht zu schwer sein. Wie im beruflichen und zwischenmenschlichen Leben gilt es klug, zu wählen und die Mitte zwischen Unter- und Überforderung zu finden.

Engelbert Guggenberger
ist Administrator der katholischen Diözese Gurk-Klagenfurt

Der Mensch ist auf dem Weg

Im Italienischen sagt man auch zu einer Kletterroute Via (Weg). Mir gefällt dieser Sprachgebrauch, besteht doch ein alpines Unternehmen letztlich im Gehen eines Weges, wie steil dieser auch immer sein mag. Wo man sich aber für einen bestimmten Weg entscheidet und ihn bewusst geht, schwingt im Hintergrund mehr mit als das, was man vordergründig vollzieht. Denn jeder kleine Weg ist ein Symbol für den großen Weg, den wir zu gehen haben, den Lebensweg.

Der Mensch ist ja wesentlich auf dem Weg. Das sieht bereits die antike Philosophie so, die ihn als homo viator bezeichnet, als einen, der Zeit seines Lebens unterwegs ist. Er hat hier keine letzte Bleibe. Der Tod stellt jede Heimat in Frage und zeigt, dass der Mensch in der Welt im Grunde ein Fremdling ist und nach einer ewigen Heimat sucht, wo er sich endgültig niederlassen kann. Im Wandern übt er sich in die Bestimmung seiner Existenz ein.