Kinder als Vorbild

Wer Kinder hat oder mit Kindern zu tun hat, kennt das Alter, in dem viel gefragt wird. Sie wollen alles genau wissen und hinterfragen.

Morgengedanken 30.11.2018 zum Nachhören:

Advent buchstäblich: Vorletzter Tag N. N wie Nerven, die schon blank liegen, wie Neid oder etwa N wie Neugierde?

Margit Hauft
ist ehemalige Vorsitzende der katholischen Frauenbewegung

Neugierig am Miteinander

Vielleicht haben auch Sie als Kind des öfteren zu hören bekommen: „Neugierige Leute sterben bald“, wenn Sie allzu intensiv nachgefragt haben. Dabei ist Neugierde eine wunderbare Eigenschaft, die lebendig hält und ein typisches Charakteristikum von Kindern. Kinder sind neugierig, sie wollen Dinge wissen und ergründen, Kinder freuen sich über alles, was neu, was überraschend anders ist. Sie brauchen natürlich auch wiederkehrende Rituale, aber wenn sie eine Regelmäßigkeit erleben, ein Zuhause haben, ein Urvertrauen aufbauen können, dann sind sie sehr neugierig. Die Bibel gibt uns die Kinder zum Vorbild, bewahren wir uns also diese Neugierde.

Vom Dalai Lama soll der Rat kommen: „Gehe jedes Jahr an einen Ort, wo du noch nicht gewesen bist." Ein Rat, der uns sicher nicht zu Globetrottern machen will, sondern schlichtweg meint: Sei neugierig auf andere Wege als deine eingefahrenen, betrachte dein gewohntes Umfeld einmal mit den Augen eines Fremden, besonders auch: Sei neugierig auf andere Menschen und das, was sie bewegt. Ein neugieriger, interessierter Blick auf das Anderssein der anderen, wäre das nicht ein erster Schritt zu einem gelingenden Miteinander?