Türen öffnen

Heute steht der letzte Buchstabe des Wortes Advent im Mittelpunkt der Morgengedanken von Margit Hauft.

Morgengedanken 1.12.2018 zum Nachhören:

Advent buchstäblich: Mit dem T schließt sich der Kreis. T wie Torschlusspanik oder aber T wie Tür. Ein Wort, das im Advent eine zentrale Bedeutung hat. In dieser kalten Jahreszeit ist man besonders darauf bedacht, die Türen geschlossen zu halten, schließlich soll die Kälte draußen bleiben. Gleichzeitig hängen aber überall Adventkalender, und jeden Morgen werden erwartungsvoll Türchen geöffnet.

Margit Hauft
ist ehemalige Vorsitzende der katholischen Frauenbewegung

In den Kirchen, aber mittlerweile auch auf den Weihnachtsmärkten, hört man immer wieder eine bekannte Melodie: „Macht hoch die Tür, die Tor macht weit!“ Nun wäre dieses Lied wohl falsch verstanden, würden wir unsere Wohnungs- und Zimmertüren aufreißen und nicht mehr schließen. Das wäre wohl nur für die Heizmittelindustrie richtig erfreulich, dieses Öffnen von Türen, ist eher symbolisch gemeint. Es gibt Türen, die nicht aus Holz sind, aber nicht weniger verschlossen wirken. Ein unerbittliches Nein, taube Ohren, ein abgebrochener Kontakt, Teilnahmslosigkeit, Sätze wie „Mit dem bin ich fertig...“.

Jeder und jede kennt wohl das Gefühl, vor so einer verschlossenen Tür zu stehen, aber auch selbst macht man fallweise zu, mauert, blockiert. Die Adventzeit ist keine Zeit von Friede-Freude-Eierkuchen, aber sie kann eine Zeit sein, in der verschlossene Türen neu geöffnet werden. Kommen Sie gut durch den Advent!