Die größte Kirche Österreichs

Themen: Rundgang durch den Linzer Mariendom; Das indische Lourdes; 100 Jahre Böhmische Brüder; Bibelessay von Mirja Kutzer

Die größte Kirche Österreichs – Ein Rundgang im Linzer Mariendom

Nach Grundfläche und Fassungsvermögen ist er die größte Kirche Österreichs - der Mariendom in Linz. Nur sein Turm ist - angeblich aus Höflichkeit - ein wenig niedriger als der des Stephansdom in Wien.

Spenden für den Dom:
Initiative Pro Mariendom

Genau genommen ist der Mariendom ein „Mariä Empfängnis-Dom“ - das heißt, am katholischen Festtag „Mariä Empfängnis“ am 8. Dezember, an dem der Empfängnis der „Heiligen Maria“ im Schoß ihrer Mutter gedacht wird, wird sein „Patrozinium“, sein „Kirchweihfest“, gefeiert.

Markus Veinfurter hat aus diesem Anlass mit dem Linzer Dompfarrer einen kleinen Rundgang durch seinen Dom gemacht.

Das indische Lourdes – Ein Bericht vom „Mount St. Mary‘s“

Sie liegt auf einem Hügel außerhalb der indischen Stadt Vijayawada im Krishna-District des Bundesstaates Andhra Pradésh - etwa 275 km ostsüdöstlich von Hyderabad: die Grotte mit einer Marienstatue, die jener aus dem französischen Wallfahrtsort Lourdes nachgebildet ist. Berg und Grotte sind in den vergangenen Jahrzehnten zu einer der wichtigsten Marien-Pilgerstätten Indiens geworden.

Das „indische Lourdes“:
Gunadala Matha Shrine

Italienische Missionare, die unter anderem ein Waisenhaus gegründet haben, hatten die Statue im Jahr 1928 nach Andhra Pradésh gebracht. Seither besuchen alljährlich unzählige Pilgerinnen und Pilger den sogenannten „St. Mary’s Gunadala Matha Shrine” - und nur die allerwenigsten von ihnen sind Christinnen und Christen. – Gestaltung: Maria Harmer

St. Mary's Gunadala Matha Shrine Marienpilgerstätte Indien

ORF/Maria Harmer

St. Mary’s Gunadala Matha Shrine in Andhra Pradésh, Indien

Die Erben des Jan Hus – 100 Jahre „Böhmische Brüder“

Eine Kirche feiert 100. Geburtstag – doch ihre Wurzeln reichen in das Mittelalter zurück. Die Rede ist von der evangelischen Kirche der „Böhmischen Brüder“. Einer ihrer – man könnte sagen – Ahnherren ist 1415, nachdem ihn die katholische Kirche zum Ketzer erklärt hatte, verbrannt worden: Jan Hus. Auch später war das Verhältnis zum Katholizismus schwierig, Stichwort: Thron und Altar. Hat man doch vor allem in Böhmen sehr darunter gelitten, dass das Gebiet des heutigen Tschechien kein freier Staat war sondern ein Teil des Habsburgerreichs.

Lebenskunst
Samstag, 8.12.2018, 7.05 Uhr, Ö1

Als dieses nach dem 1. Weltkrieg Ende 1918 zerfallen ist, hat sich die evangelische Kirche der Böhmischen Brüder in ihrer heutigen Form konstituiert. Sie begeht derzeit also ihr 100-Jahr-Jubiläum. Gekennzeichnet ist sie durch eine große innere Vielfalt, zu der die beiden großen Konfessionen – evangelisch-lutherisch (AB) und evangelisch-reformiert (HB) – ebenso beitragen wie das hussitische Erbe und die Tradition der sogenannten Brüdergemeinden. Was es damit auf sich hat – und wie man sich heute mit der katholischen Kirche versteht („Ökumene“ heißt dafür der Fachbegriff) – das hat Brigitte Krautgartner in Erfahrung gebracht.

Eva und Maria – Bibelessay zu Genesis 3, 9 - 15. 20

Über die Jahrhunderte ist in der christlichen Bibelexegese immer wieder eine Beziehung zweier zentraler Frauengestalten hergestellt worden: Eva und Maria. Diese als Sinnbild für die demütige, sich Gott fraglos unterwerfende Frau, jene als Zweiflerin und Verführerin. Das Bild von der Frau als „Heilige und Hure“ drängt sich auf. Die Lesungen in der katholischen Messfeier am Fest Mariä Himmelfahrt beinhalten Texte sowohl zu Eva, als auch zu Maria, was der katholischen Theologin und Germanistin Mirja Kutzer – sie lehrt an der Uni Kassel – Gelegenheit gibt, auf diese Spannung einzugehen.

Bibelessay zu Genesis 3, 9 - 15. 20

Moderation: Martin Gross

Lebenskunst 8.12.2018 zum Nachhören: