10 Gebote: Grundlage der Menschenrechte

Themen: Die zehn Gebote; Biografie zum 50. Todestag von Karl Barth; Fest der Patronin Mexikos; Bibelessay von Karl Schauer

Eine Grundlage der Menschenrechte – Die zehn Gebote

„Alle Menschen sind frei und gleich an Würde und Rechten geboren.“ So heißt es in der allgemeinen Erklärung der Menschenrechte. Am 10. Dezember, jährt sich ihre Verkündung zum 70. Mal. Stattgefunden hat die Deklaration am 10. Dezember 1948 in Paris – wohl noch unter dem Schock, den die traumatischen Ereignisse des Zweiten Weltkrieges bewirkt haben.

Lebenskunst
Sonntag, 9.12.2018, 7.05 Uhr, Ö1

Was der, bzw. die Einzelne braucht, was ihm oder ihr zusteht – was aber auch von den Einzelnen für das Zusammenleben geleistet werden muss, darüber hat man sich auch zuvor schon Gedanken gemacht und einschlägige Regelungen wurden erlassen.

Ein Meilenstein in dieser Hinsicht sind die in der hebräischen Bibel verankerten 10 Gebote. Ganz so eindeutig wie landläufig angenommen sind sie zwar nicht. Das Judentum sowie verschiedene christliche Konfessionen kennen unterschiedliche Formulierungen, Zählarten und Zuordnungen – so spielt etwa das Bilderverbot, das in der hebräischen Bibel zu lesen ist, in der römisch-katholischen Tradition keine Rolle. Gebot – Sünde – schlechtes Gewissen – Beichte…

Brigitte Krautgartner hat sich – anlässlich des 70. Jahrestags der Präsentation der Deklaration der Menschenrechte - bewusst weitgehend aus diesem Spannungsfeld herausbegeben und die 10 Gebote auf ihre gesellschaftspolitische Bedeutung hin untersucht. Fazit: Ein großer Teil von dem, was wir heute in modernen Rechtsordnungen finden, ist im Dekalog grundgelegt.

Ein großer Denker – Biografie zum 50. Todestag von Karl Barth

Vor 50 Jahren, am 10.Dezember 1968, starb einer der bedeutendsten Theologen des 20. Jahrhunderts, der Schweizer evangelisch-reformierte Theologe Karl Barth. Das ist Anlass, die erste deutschsprachige Biografie seit Jahrzehnten vorzustellen. Sie trägt den Titel „Karl Barth. Ein Leben im Widerspruch“.

Buchhinweis:
Christiane Tietz, „Karl Barth. Ein Leben im Widerspruch“, Verlag C. H. Beck

Die evangelische Theologin Christiane Tietz hat ein umfassendes Werk über jenen Mann verfasst, der niemanden kalt lassen konnte. Er selbst bezeichnete sich als „Gottes fröhlicher Partisan“, war als Prophet und genialer Geist genauso verehrt wie er als Kritiker gefürchtet war. Konrad Holzer hat dieses Buch über einen vielschichtigen Menschen gelesen.

Das Fest der Patronin Mexikos – Die Guadalupana

Für den mexikanischen Literaturnobelpreisträger Octavio Paz ist der 12. Dezember „das zentrale Datum des emotionalen Kalenders des mexikanischen Volkes“. Der 12. Dezember ist der Festtag der „Jungfrau von Guadalupe“, an dem die Patronin Mexikos und Lateinamerikas groß gefeiert wird; insgesamt 20 Millionen Menschen pilgern alljährlich zu ihrem gigantischen Marienheiligtum in Mexiko-Stadt, benannt nach dem spanischen Wallfahrtsort Guadalupe.

1531, 10 Jahre nach dem Sieg der spanischen Eroberer über die Azteken, soll die christliche Gottesmutter am Rande der Stadt auf dem Hügel Tepeyák einem Indígena erschienen sein und sich ihm als seine Mutter vorgestellt haben. Genau auf diesem Hügel stand das Heiligtum der Tonántzin, der aztekischen „Göttermutter“ - das die Spanier zerstört hatten.

Im Laufe der Jahrhunderte wurde „La Guadalupána“ zur nationalen Identifikationsfigur „der Mexikaner“, zu ihrer Patronin und allen gemeinsamen Mutter. Maria Harmer war - knapp 500 Jahre nach der Ankunft der spanischen Eroberer - in Mexiko.

Der Rufer in der Wüste – Bibelessay zu Lukas 3, 1 - 6

Der Evangelientext, der am zweiten Adventsonntag in den römisch katholischen Messfeiern gelesen wird, handelt von jenem Propheten, der die Ankunft – „Advent“ heißt ja „Ankunft“ – des Messias (Christus) verkündet hat, auf den es sich vorzubereiten gälte: Johannes der Täufer war dieser Prophet. Gemäß einer jüdischen Tradition hat er äußere und innere Reinigung gefordert, Umkehr gepredigt und die Menschen im Jordan getauft. Nach biblischem Bericht sollen Elisabet, die Mutter des Johannes, und Maria, die Mutter von Jesus, Verwandte gewesen sein. Dass und inwiefern Johannes der Täufer ein adventlicher Mensch gewesen ist (und was bis heute daraus zu lernen sein könnte), darüber spricht Pater Karl Schauer. Er ist in der katholischen Diözese Eisenstadt für die Bereiche Wallfahrtswesen, Tourismusseelsorge und Berufungspastoral zuständig.

Bibelessay zu Lukas 3, 1 – 6

Moderation: Martin Gross

Lebenskunst 9.12.2018 zum Nachhören: