Kampf ums Kopftuch

Themen: Verhüllungsverbot in der Volksschule; Motive für Religionswechsel; Europa vor der Zerreißprobe

Weder Kopftuch, noch Turban - Verhüllungsverbot in der Volksschule

Nach dem bereits erlassenen Kopftuchverbot in Kindergärten plant die österreichische Bundesregierung nun auch ein „Verhüllungsverbot“ an den Volksschulen. Zu dem Initiativantrag, den die beiden Regierungsparteien eingebracht haben, könnte am 16. Jänner der Unterrichtsausschuss des Parlaments grünes Licht geben. Das Gesetz geht dann zurück in den Nationalrat und das Parlament könnte es Ende Jänner endgültig beschließen.

Praxis
Mittwoch, 16.1.2019, 16.05 Uhr, Ö1

Obwohl neutral formuliert, geht es in erster Linie um das Kopftuch muslimischer Schülerinnen. Es wären aber z.B. auch Sikhs betroffen, bei denen schon die Buben ihr Haupthaar bedecken. Für eine Kippa jüdischer Schüler würde es nicht gelten, da das kleine Käppchen nicht das ganze Haupt verhüllt. Expertinnen und Experten aus theologischen und rechtswissenschaftlichen sowie pädagogischen und bildungspolitischen Fachbereichen haben in einer Konferenz an der Universität Wien Pro und Contra diskutiert. - Gestaltung: Lise Abid

Neuer Name, neue Religion, neuer Mensch - Konvertitinnen und Konvertiten

Sie geben viel auf - Gewohnheiten, Denkmuster, mitunter Freundschaften, Familie oder die Arbeitsstelle. Und sie erhoffen sich dafür: Halt, Struktur, Sinn. Wenn Menschen ihre Religion wechseln, ändert sich nicht nur ihr Glaubensbekenntnis, sondern ihr ganzes Leben. Carla heißt jetzt auch Amina und Jakob wurde auch nicht immer Jakob genannt. Erst seit er vom schiitischen Islam zum Katholizismus konvertiert ist. Die Religion gewechselt hat auch Friederike: Aus der Christin wurde eine Jüdin. Jeder Mensch hat das Recht auf Gedanken-, Gewissens- und Religionsfreiheit, was wiederum die Freiheit miteinschließt, die Religion zu wechseln - heißt es sinngemäß in der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte. Heute wird dieses Recht nicht allen Menschen in allen Staaten der Erde gewährt, in manchen islamisch geprägten Staaten werden Konversionen sogar mit dem Tod bestraft. Trotz vieler Hürden nehmen Menschen einen Religionswechsel auf sich. Kerstin Tretina hat mit Menschen gesprochen, die sich bewusst für eine andere Religion entschieden haben als jene, in der sie aufgewachsen sind. Welche Motive treiben sie an? Was suchen und was finden sie in der neuen Religion?

Europa vor der Zerreißprobe - Wie geht es nun weiter?

Der Brexit und de facto auf Eis gelegte Beitrittsverhandlungen mit der Türkei, dafür die Verhandlungen mit Serbien, Montenegro und weiteren Kandidaten und vor allem die Wahl zum Europäischen Parlament im kommenden Mai: spannende Zeiten, auch für und in Europa. Eine Diskussion - unter anderem mit dem neu gewählten Präsidenten der Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich - über Perspektiven für die Zukunft Europas. Gelingt den Ländern Europas ein Schulterschluss oder werden die Gräben immer tiefer? „Europa vor der Zerreißprobe - was bringt uns wieder zusammen?“ war vor einigen Tagen der Titel einer Veranstaltung der „Akademie für Dialog und Evangelisation“, einer Einrichtung der Gemeinschaft Emmanuel in der Erzdiözese Wien. Auf dem Podium: Ümit Vural, aus der Türkei stammender Kurde und Jurist und seit vergangenem Dezember Präsident der Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich, Doraja Eberle, Gründerin der humanitären Hilfsorganisation „Bauern helfen Bauern“ und ehemalige Salzburger Landesrätin für die ÖVP sowie der Journalist und Sachbuchautor Robert Misik, Biograph des ehemaligen Bundeskanzlers Christian Kern. - Gestaltung: Maria Harmer

Moderation: Alexandra Mantler

Praxis 16.1.2019 zum Nachhören:

Mehr dazu:

IGGÖ zu Kopftuch in Schulen: „Haben bewährte Praxis“
(Clara Akinyosoye, religion.ORF.at; 16.1.2019)

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