Letztes Mittel des Protests

Themen: Äthiopien und „Menschen für Menschen“; Hubert Gaisbauer: 80. Geburtstag und neues Buch; Erinnerung an die Selbstverbrennung des Jan Palach vor 50 Jahren; Bibelessay von Franz Josef Weißenböck

Hoffnung auf Frieden – Äthiopien und „Menschen für Menschen“

Seit den 1980er Jahren ist eine hierzulande sehr bekannte Hilfsorganisation in Äthiopien tätig, geht doch die Gründung auf den österreichischen Filmschauspieler Karlheinz Böhm zurück: „Menschen für Menschen“.

Hilfprojekte in Äthiopien:

Menschen für Menschen

Mittlerweile hat sich viel in dem afrikanischen Land getan: Ein neuer Präsident gibt Hoffnung auf eine friedvolle Zukunft, Sterblichkeitsraten gehen zurück, viele Programme kümmern sich um Ernährung und Gesundheit der Bevölkerung jenes Landes, das 13 mal größer ist als Österreich und 80 verschiedene Volksgruppen hat, die unterschiedlichen Religionen und Konfessionen angehören. Auch zu diesen hält die Hilfsorganisation Kontakte. Roberto Talotta ist mit einer Vertreterin von Menschen für Menschen nach Äthiopien mitgefahren, um die Vielfalt der Projekte zu sehen.

Der „Ermöglicher“ – Zum 80. Geburtstag von Hubert Gaisbauer

Der Autor und Radiomacher Hubert Gaisbauer feiert am 22. Jänner seinen 80. Geburtstag. 1939 in Linz geboren, studierte er Theater- und Literaturwissenschaft und wurde Mitte der 1960er Jahre zum Leiter der Jugend- und Familienprogramme im ORF-Radio bestellt. In dieser Funktion initiierte er legendär gewordene Radioformate wie die „Musicbox“ auf Ö3 und die heute noch existierenden „Menschenbilder“ auf Ö1.

Buchhinweis:
Hubert Gaisbauer, „Schonungslos zärtlich“, Verlag Tyrolia

1988 folgte Hubert Gaisbauer Walter Karlberger als Leiter der damaligen ORF-Radioabteilung „Kirchenfunk“ nach und reformierte sie zur „ORF-Abteilung Religion Radio“. Seit seiner Pensionierung 1999 widmet sich der Katholik und Publizist vor allem schreibend Themen, die Spiritualität, Kultur und Kunst berühren, vertiefen und miteinander verbinden. Anlässlich seines runden Geburtstages erscheint unter dem Titel „Schonungslos zärtlich“ (Tyrolia) ein neues Buch von Hubert Gaisbauer. Johannes Kaup hat darüber mit dem Autor gesprochen.

Letztes Mittel des Protests – Erinnerung an die Selbstverbrennung des Jan Palach vor 50 Jahren

50 Jahre ist es her, da blickte die tschechische Republik gebannt auf einen bis dahin völlig unbekannten jungen Mann: Am 16. Jänner 1969 setzte sich der Student Jan Palach selbst auf dem Prager Wenzelsplatz in Flammen – als Protest gegen die Niederschlagung des Prager Frühlings wenige Monate zuvor. Am 19. Jänner starb der 20-jährige Student an seinen schweren Verbrennungen. Sein Begräbnis am 25. Jänner wurde zu einer Massenkundgebung, an der über 10.000 Personen teilnahmen. Das kommunistische Regime versuchte, die Selbstverbrennung herunterzuspielen – als Tat eines psychisch Kranken.

Lebenskunst
Sonntag, 20.1.2019, 7.05 Uhr, Ö1

20 Jahre später, im Jänner 1989 und immer noch unter kommunistischer Herrschaft, beging eine Gruppe rund um den Dissidenten und späteren Staatspräsidenten Vaclav Havel die Jan-Palach-Woche – zur Erinnerung an den Studenten und seine Selbstverbrennung. Bis heute wird diese Aktion als eine der Wurzeln der samtenen Revolution im Land gesehen, die zum Ende der kommunistischen Herrschaft in der Tschechoslowakei geführt hat.

Jan Palach war ein bekennender, wenn auch nicht besonders frommer evangelischer Christ. Und er hat, wie Fachleute bestätigen, seine Tat bewusst in das christlich geprägte Narrativ seiner Heimat eingefügt. – Gestaltung: Brigitte Krautgartner

Über die Gaben des Geistes – Bibelessay zu 1 Korintherbrief 12, 4 - 11

Wenn am sogenannten zweiten Sonntag im Jahreskreis in den katholischen Messfeiern als Evangelientext die bekannte Erzählung von der „Hochzeit zu Kana“ gelesen wird, in der Jesus Wasser in Wein verwandelt, so ist als zweiter Bibeltext eine Stelle aus dem sogenannten ersten Korintherbrief vorgesehen, geschrieben von Paulus aus Tarsus um das Jahr 55 an die christliche Gmeinde in Korinth, somit also eine der ältesten Schriften im Neuen Testament. Gedanken dazu vom katholischen Theologen und Publizisten Franz Josef Weißenböck.

Bibelessay zu 1 Korintherbrief 12, 4 – 11

Moderation: Martin Gross

Lebenskunst 20.1.2019 zum Nachhören: