Das gemachte Bett

Was gibt es schöneres, als in ein gemachtes Bett zu steigen. Das ganze Leben könnte so etwas sein wie ein gemachtes Bett. Das ist aber nicht immer so.

Gedanken für den Tag 29.1.2019 zum Nachhören:

Irgendwann sollte man dann doch aus dem gemachten Bett aufstehen oder man muss es, oder man wird aus diesem schönen gemachten Bett geworfen – oder man könnte doch liegen bleiben, wie in einem gelungenen Leben? Wer macht das Bett, wer hat es gemacht, wer lebt das Leben, wenn man aufsteht?

Herbert Maurer
ist Schriftsteller und Übersetzer

Das Aufstehen ist die Antwort

Wer erklärt uns den Unterschied zwischen dem Waagrechten und dem Senkrechten? Von wem wird dieses Bett gemacht? Viele meinen, seinerzeit beim Bundesheer in 8 Monaten nichts anderes gelernt zu haben, als ein Bett zu machen – immerhin. Lässt sich der Unterschied zwischen waagrecht und senkrecht wirklich im Bett lernen und wenn, dann von wem – wer liegt wegen wem und wenn, dann warum?

Zu viele Fragen sind um diese Uhrzeit zu viel … Nimm Dein Bett und geh, das könnte unser Motto sein und bleiben, um diese nachtschlafene Zeit. Denn, wer sein Bett nicht in die Hand nimmt, oder sich selbst, und geht, den verfolgen die Fragen wie die Frühstücksfliegen: Wer hat das Bett gemacht, wer hat das Bett nicht gemacht, wie macht man ein Bett, für wen wird ein Bett gemacht, was ist der Unterschied zwischen waagrecht und senkrecht und so weiter…

Das Aufstehen (nimm Dein Bett und geh) ist die Antwort auf viele dieser Fragen, weil sie sich im Stehen einfach nicht mehr stellen.

Musik:

Daniel Barenboim/Klavier: „Venezianisches Gondellied - Nr. 29“ aus „Lieder ohne Worte“ op. 30 Nr. 6 von Felix Mendelssohn Bartholdy
Label: DG 4158932