Frei am Karfreitag?

Themen: Diskussion um Feiertag; Missbrauch in der katholischen Kirche der USA; Österreichs neue Botschafterin im Vatikan

Karfreitag: Diskussion um Feiertag

Diskussion um den Karfreitag. Soll er ein arbeitsfreier Feiertag sein? Und wenn ja, für wen und unter welchen Bedingungen? Mehr Feiertage? Weniger Feiertage? Andere Feiertage? In diesem Zusammenhang hat sich kürzlich auch noch eine innerchristliche Debatte über die theologische Bedeutung des Karfreitags entsponnen. Denn dieser Tag innerhalb des österlichen Triduums ist zentral für das Verständnis des Christentums insgesamt, so sagen römisch-katholische Theologinnen und Theologen.

Praxis
Mittwoch, 30.1.2019, 16.05 Uhr, Ö1

Bisher galt der Karfreitag nur für Angehörige der altkatholischen Kirche, der evangelischen Kirchen AB und HB, also Lutheranern und Reformierten, und der evangelisch-methodistischen Kirche als Feiertag. Manche fordern einen ökumenischen Schulterschluss in der Karfreitagsfrage. Kommt also ein Karfreitag für alle? Die österreichische Bundesregierung hat einen zusätzlichen gesetzlichen Feiertag aber bereits abgelehnt. Viel Zeit bleibt jedenfalls nicht mehr, um tragfähige Lösungen zu finden. Der kommende Karfreitag ist am 19. April. Der Countdown läuft. Kerstin Tretina fasst die Debatte zusammen.

USA - Wurzeln des Missbrauchs

Für den 21. bis 24. Februar hat Papst Franziskus die Spitzen der römisch-katholischen Bischofskonferenzen weltweit zu Beratungen über sexuelle Gewalt und Missbrauchs-Prävention nach Rom bestellt. Und er hat vor zu hohen Erwartungen an dieses Treffen gewarnt. So meinte er etwa nach dem Weltjugendtag während des Rückflugs von Panama-City nach Rom vor wenigen Tagen: Bei dem Treffen solle es zu allererst darum gehen, ein Bewusstsein für das ‚Drama‘ zu schaffen. Die Bischöfe müssten verstehen, „was ein missbrauchter Junge ist, was ein missbrauchtes Mädchen ist“.

Zweitens müssten die Kirchenverantwortlichen erfahren, wie sie sich verhalten müssen. Der Papst sprach von „Protokollen“, klaren Anleitungen, damit ein Bischof, Erzbischof oder Präsident einer Bischofskonferenz wisse, was im spezifischen Fall zu tun sei. Bei dem viertägigen Treffen soll es auch Berichte von Betroffenen geben.

Skandale rund um sexuelle Gewalt gegen Kinder und Jugendliche erschüttern die katholische Kirche in mehreren Ländern der Welt. Etwa in den USA - insbesonders wegen eines aufsehenerregenden Missbrauchsberichts in Pennsylvania sowie der Missbrauchsvorwürfe gegen den früheren Kardinal Theodore McCarrick. Zu Beginn des Jahres 2019 hat Papst Franziskus der amerikanischen Bischofskonferenz sogar eine eigene Exerzitienwoche verordnet, um im Gebet über Konsequenzen aus den sexuellen Vergehen von Priestern und deren Vertuschung nachzudenken.

Der katholische Moraltheologe Joseph Selling ist gebürtiger Amerikaner, lebt heute in Belgien, beobachtet aber auch die Situation der christlichen Kirchen in seiner früheren Heimat. Die katholische Kirche in den USA sei tendenziell immer sehr konservativ gewesen, meinte Selling im Gespräch mit Alexandra Mantler, als er vor kurzem Wien besucht hat.

Österreichs neue Botschafterin im Vatikan

Sie ist die erste Frau, die Österreich im Vatikan vertritt. Die Diplomatin Franziska Honsowitz-Friessnigg hat vor wenigen Wochen Papst Franziskus ihr Beglaubigungsschreiben überreicht und damit ihr Amt offiziell angetreten. Gleichzeitig ist die gebürtige Steirerin und studierte Juristin Wiens Botschafterin beim Souveränen Malteserorden und der Republik San Marino. Über ihre Pläne hat sie mit unserer Ö1-Rom-Korrespondentin Mathilde Schwabeneder gesprochen. Besonders am Herzen liegen der Diplomatin Umweltfragen, aber auch Themen wie Abrüstung und Drogenbekämpfung.

Moderation: Alexandra Mantler

Praxis 30.1.2019 zum Nachhören:

Mehr dazu:

Links: