Vom Wert der Freundschaft

Egal wie man einen Tag beginnt – ob guter Dinge, nachdenklich oder eher bedrückt – die Aussicht, einen lieben Menschen zu treffen, tut gut.

Morgengedanken 16.2.2019 zum Nachhören:

Ich kenne Sie nicht persönlich, die Sie mir jetzt in der Morgenstunde zugehört haben. Wir kennen uns nicht von Angesicht zu Angesicht, aber vielleicht sind wir uns innerlich näher gekommen. Wir haben gemeinsam über Freundschaft nachgedacht und Sie hatten beim Zuhören vielleicht Ihre eigenen Gedanken und Erfahrungen. Vielleicht sind daraus bunte Bilder glücklicher Freundschaften entstanden, vielleicht gab es auch Tränen der Trauer oder des Glücks?

Josef Kopeinig
ist katholischer Pfarrer und Leiter des Bildungshauses Sodalitas in Tainach in Kärnten

Wir brauchen einen Freund

Ein chinesisches Sprichwort sagt: Wir können Menschen vermissen, aber wir brauchen einen Freund! Viele Menschen leben mitten unter den Menschen und bleiben allein, weil sie niemanden gefunden haben, dem sie sagen könnten: mein Freund, meine Freundin. Ja mit Bekannten kann man vieles besprechen, aber das Herz öffnen willst du nur einem Freund, einer Freundin. Und es gibt Krankheiten, die heilt nicht der Arzt, sondern nur der Freund.

Zum Schluss möchte ich Ihnen nochmals den indisch-bengalischen Dichter Rabindranath Tagore zitieren: „Lange musst du an der Schulter deines Freundes lehnen, bis er nach jener Liebe verlangt, die du ihm schuldest“. Auch das Wort der Kärntner Dichterin Christine Lavant möge für uns ein kleines Vermächtnis sein, wenn sie sagt: „Ich brauche einen Menschen, einen Freund, bis ich Gott gefunden habe“.