Die Relevanz der Transzendenz

Themen: Die Relevanz der Transzendenz, Vor 80 Jahren: Papstwahl 1939, Nächster Halt Nirvana – Annäherungen an den Buddhismus, Halt auch die andere Wange hin – Bibelessay zu Lk 6, 27-38

Die Relevanz der Transzendenz – Renata Schmidtkunz und ihre Antwort auf die „Entzauberung der Welt“

„Himmlisch frei – Warum wir wieder mehr Transzendenz brauchen“ heißt jenes Buch, das die ORF-Moderatorin, Redakteurin und Dokumentarfilmregisseurin Renata Schmidtkunz geschrieben hat. Sie studierte evangelische Theologie und verantwortet heute die Ö1-Sendung „Im Gespräch“.

Lebenskunst
Sonntag, 24.2.2019, 7.05 Uhr, Ö1

Der Begriff der „Transzendenz“ ist in der wissenschaftsgläubigen „entzauberten“ (Max Weber) Welt in Ungnade gefallen, ist vielen wohl auch nachgerade peinlich. „Doch wer nur noch ein materielles, eindimensionales Leben führt, ist leichter manipulierbar. Denn in der Transzendenz, dem Denken, das über uns selbst und das Irdische hinausgeht, liegt auch die Kraft zur Selbstbestimmung und zum Widerstand“, schreibt Schmidtkunz. Martin Gross hat mit der Journalistin und Autorin darüber gesprochen, was es bewirken kann, „mit den Füßen auf der Erde und dem Kopf im Himmel“ zu leben.

Vor 80 Jahren: Papstwahl 1939 – Letzte Weichenstellung vor der Katastrophe

Im Rückblick mag es fast wie eine glückliche Fügung erscheinen, die der römisch-katholischen Kirche vor dem Beginn des Zweiten Weltkrieges noch eine entscheidende, personelle Weichenstellung ermöglicht hat. Am 10. Februar 1939 - vor 80 Jahren - stirbt Papst Pius XI. Drei Wochen später, am 2. März 1939, wird Kardinal-Staatssekretär Eugenio Pacelli zu seinem Nachfolger gewählt.

Mit Pius XII. sollte also ein relativ junger Papst die Kirche durch den Zweiten Weltkrieg lenken. Beide Päpste werden heute sehr kontroversiell beurteilt: Der zwölfte Pius, weil er energischer gegen die Verbrechen der Nationalsozialisten hätte auftreten können. Der elfte Pius, weil er in gewisser Weise mit den Faschisten „paktiert“ hat: Die Unterzeichnung der berühmten „Lateranverträge“, mit denen die leidige „römische Frage“ geklärt werden konnte und die politische und territoriale Souveränität des Vatikan garantiert wurde, hat sich am 11. Februar zum 90. Mal gejährt. Die Öffnung der Archive ermöglicht jetzt Schritt für Schritt eine neue Einschätzung der Ereignisse von damals, berichtet Markus Veinfurter.

Nächster Halt Nirvana – Annäherungen an den Buddhismus

Verschiedene Formen des Buddhismus – abseits von Yoga-Flair, meditativen Klängen und Buddha-Figuren als Dekoration – sind derzeit im Museum Rietberg in Zürich kennenzulernen, das die größte außereuropäische Kunst-Sammlung der Schweiz beherbergt. Eine umfangreiche Ausstellung zeigt nun Buddhismus in all seinen Facetten mit Beispielen aus vielen Ländern Asiens, mit großen Statuen und kleinsten Grabbeigaben, die aus einem Sensationsfund stammen und zum Staunen bringen. Ein Publikumsmagnet in Zürich. ORF-Schweiz-Korrespondentin Raphaela Stefandl hat die Ausstellung besucht und u.a. Stimmen von buddhistischen Meditations- und Achtsamkeitslehrer/innen eingefangen.

Halt auch die andere Wange hin – Bibelessay zu Lk 6, 27-38

Jesus von Nazareth tritt in den Evangelien als durchaus widersprüchliche Gestalt in Erscheinung. „Ich bin gekommen, um das Schwert zu bringen.“ So steht es im zehnten Kapitel des Matthäusevangeliums zu lesen. In jenem Abschnitt aus dem Lukasevangelium jedoch, der heuer am sogenannten „siebten Sonntag im Jahreskreis“ in den katholischen Kirchen gelesen wird, zeigt er sich sehr friedfertig, um nicht zu sagen harmlos. Und genau das ist es, was diese Stelle für viele schwierig macht: ein harmloser Jesus angesichts der Missstände dieser Welt? Und angesichts der Missstände in dieser katholischen Kirche? Pater Karl Schauer, Benediktiner und Bischofsvikar in der Diözese Eisenstadt, wirft in seinem Bibelessay durchaus selbstkritische Blicke auf seine Kirche. Und er hat, wie er selber sagt, Probleme mit einem Jesus, der harmlos in Erscheinung tritt.

Bibelessay zu Lukas 6, 27-38

Moderation: Martin Gross

Lebenskunst 24.2.2019 zum Nachhören: