Mir geschehe nach deinem Wort

Die Morgengedanken in dieser Woche sind besonderen Frauen der Welt- und Menschheitsgeschichte gewidmet.

Morgengedanken 3.3.2019 zum Nachhören (bis 2.3.2020):

Es gibt ein Ranking für die wichtigsten 100 Frauen der Menschheitsgeschichte. Folgende Kriterien sind dafür ausschlaggebend: die überzeitliche Bedeutung oder Präsenz, die weltweite Popularität, die Veränderung des Weltbildes oder eines Zeitalters.

Barbara Haas
ist Leiterin des Bildungshauses St. Michael in Innsbruck

Maria Knotenlöserin

Was glauben Sie, welche Frau an erster Stelle genannt wird? Es wird Ihnen so gehen wie mir: An viele hätten wir gedacht, aber nicht an ein einfaches, junges Mädchen, dem vor mehr als 2000 Jahren ein Engel erschienen ist. Dieser Engel verkündet, sie sei auserwählt, die Gottesmutter zu werden. Maria steht also an erster Stelle. In „meinem katholischen“ Tirol ist die Heilige allgegenwärtig. Marienbildnisse in Kirchen, das weltberühmte Mariahilfbild von Cranach, das so viele Häuser ziert - Kapellen und Wallfahrtsorte zeugen von einer über Jahrhunderte aufrechten Marienverehrung. Die Gottesmutter gehört irgendwie zu uns, so wie die Berge und die Jahreszeiten.

Mich begleitet seit langem ein Marienbild. Im Volksmund nennt man das Bild „Maria Knotenlöserin“. Maria ist dargestellt mit einem weißen Band und sie löst die Knoten, die Verstrickungen des Lebens, die ihr anvertraut werden. Das Bild wurde um 1700 gemalt und hängt in Augsburg. Ich denke, es geht vielen Menschen so, dass es Verknotungen gibt, die man weder selbst verursacht noch lösen kann. Mir hilft der Gedanke, die Gottesmutter löst meine Lebensknoten.