Alte Weiber auf Bäumen

Ein bisschen verrückt sein? Warum nicht? Gerade heute, am Faschingdienstag, hat das Närrisch-Sein ja Hochkonjunktur.

Morgengedanken 5.3.2019 zum Nachhören (bis 4.3.2020):

Wann beginnen Schriftsteller/innen ein Buch zu schreiben? Astrid Lindgren, meine besondere Frau für den heutigen Tag, schrieb: „Doch dann kam dieser Schnee, der die Straßen glitschig wie Schmierseife machte. Ich fiel hin, verstauchte mir den Fuß, musste liegen und hatte nichts zu tun. Was tut man da? Man schreibt vielleicht ein Buch. Ich schrieb Pippi Langstrumpf.“

Barbara Haas
ist Leiterin des Bildungshauses St. Michael in Innsbruck

Die Fantasie des Menschen

Die Verlage lehnten Pippi Langstrumpf vorerst ab. Doch Astrid Lindgren gab nicht auf und so konnten die Geschichte der bärenstarken Seemannstochter und viele andere Geschichten unzählige Kinder erfreuen. Astrid Lindgren ist überzeugt: „Alles, was an Großem in der Welt geschah, vollzog sich zuerst in der Phantasie des Menschen.“ Neben ihrem reichen Werk war Lindgren eine politisch aktive Frau, sie setzte sich für Menschenrechte und hier insbesondere für Kinderrechte ein. Als sie 1978 als erste Kinderbuchautorin den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels zuerkannt bekommt, hält sie eine beeindruckende Rede unter dem Motto „Niemals Gewalt!“ in der sie eindringlich zur gewaltfreien Erziehung von Kindern aufforderte.

Astrid Lindgren verkörpert für mich eine Frau, die mit ihren fantastischen Geschichten viel Freude in die Welt gebracht hat und bringt. Heute am Faschingsdienstag gefällt mir besonders ihr Zitat: „Es gibt kein Verbot für alte Weiber auf Bäume zu klettern.“ Bei nächster Gelegenheit werde ich das wieder einmal versuchen!