Segnung für alle

Themen: Eheschließung in der evangelischen Kirche; Katholische Ordensfrauen kämpfen in Tansania gegen FGM

Evangelisch-lutherische Kirche: Kompromiss bei „Ehe für Alle“

Seit dem vergangenen Wochenende ist es beschlossene Sache: Auch für homosexuelle Paare werden künftig in der evangelisch-lutherischen Kirche in Österreich die Kirchenglocken läuten. Genauer: Nach einer vorangegangenen auf dem Standesamt geschlossenen Ehe wird es auch für sie den Segen in einem öffentlichen Gottesdienst geben, genauso wie bisher für hetero-sexuelle Paare. Außerdem kommt im jüngsten Beschluss der Kirche die Bezeichnung „Trauung“ gar nicht mehr vor, man spricht in beiden Fällen von Dank- und Segnungsgottesdiensten - einmal anlässlich einer Eheschließung von Mann und Frau, das andere Mal anlässlich einer vor dem Staat als Ehe geschlossenen und von der Kirche als „eheanalog“ gewürdigten gleichgeschlechtlichen Partnerschaft.

Praxis
Mittwoch, 13.3.2019, 16.05 Uhr, Ö1

Das ist das Ergebnis einer heftig und kontroversiell geführten Debatte innerhalb der evangelisch-lutherischen Kirche, ausgelöst durch die gesetzliche Öffnung der Ehe auch für gleichgeschlechtliche Paare in Österreich mit diesem Jahr. Genau diese Möglichkeit einer „Ehe für alle“ ist es, die die evangelisch-lutherische Kirche in Zugzwang gebracht hat, weil sie kein eigenes Eherecht kennt, und sich die Frage stellen musste, ob sie bei der neuen staatlichen Vorgabe mitzieht oder nicht.

Einfacher war da die Entscheidung für das evangelisch-lutherische Kirchenparlament am Wochenende in Sachen Karfreitag. Die neue Karfreitagsregelung - Stichwort: frei nur dann, wenn man sich dafür Urlaub nimmt, wurde einstimmig abgelehnt. Andreas Mittendorfer fasst das für evangelisch-lutherische Christinnen und Christen in Österreich ereignisreiche Wochenende zusammen.

Tansania: Katholische Ordensfrauen kämpfen gegen weibliche Genitalverstümmelung

Das österreichische Model somalischer Herkunft, die nunmehrige Menschenrechtsaktivistin Waris Dirie hat es Ende der 1990er-Jahre in ihrem Buch Wüstenblume zum Thema gemacht. Die Rede ist von weiblicher Genitalverstümmelung - auf Englisch - FGM - Female genitale mutilation - die nach wie vor in Teilen der Welt praktiziert wird.

Tansania FGM Genitalverstümmelung Werkzeug

ORF/Andreas Mittendorfer

Symbolische Übergabe der Beschneidungswerkzeuge im Pare-Dorf Chato

Rund 200 Millionen Mädchen und Frauen sollen weltweit betroffen sein. Unter anderem in afrikanischen Ländern, wie etwa in Tansania. Dort unterstützt die katholische Frauenbewegung Österreichs die christliche Ordensgemeinschaft der sogenannten Grailsisters, die sich dem Kampf gegen weibliche Genitalverstümmelung verschrieben hat. Andreas Mittendorfer hat auf Teileinladung an einer von der katholischen Frauenbewegung organisierten Pressereise nach Tansania teilgenommen und so einen ersten Überblick bekommen, was im Kampf gegen FGM schon erreicht wurde, was aber auch noch zu tun ist. - Gestaltung: Andreas Mittendorfer.

Tansania FGM Genitalverstümmelung Häuptling

ORF/Andreas Mittendorfer

Dorf-Chef von Emuguri Moses Mbuyuk mit seiner Tochter Asifive.

Moderation: Alexandra Mantler

Praxis 13.3.2019 zum Nachhören (bis 12.3.2020):

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