Der verlorene Sohn

Sie ist eine der bekanntesten Geschichten der Bibel: das Gleichnis vom verlorenen Sohn. Der gute Vater verzeiht sofort und feiert ein Fest, als der missratene Filius reumütig heimkehrt.

Morgengedanken 19.3.2019 zum Nachhören (bis 18.3.2020):

In meinem uralten Religionsheft findet sich ein Buntstiftbild mit rosa Körpern in brauner Soße. Das sollen die Schweinchen in ihrem Schlamm sein, die der verlorene Sohn in der Bibel hütet. Während er auf die Schweine aufpasst, fällt ihm ein, dass er doch zu seinem reichen Vater nach Hause gehen könnte.

Monika Slouk
ist Moderatorin, Kommunikationstrainerin und Pressesprecherin der Ordensgemeinschaft der Steyler Missionare

Auch Eltern können Fehler machen

Wie die Geschichte weitergeht, wissen die meisten: Der Vater freut sich einen Haxn aus, dass der spiel- und sexsüchtige Sohn noch lebt. Und der Bruder findet das total unfair. Er sagt zum Vater: „So viele Jahre schon diene ich dir, und nie habe ich gegen deinen Willen gehandelt; mir aber hast du nie auch nur einen Ziegenbock geschenkt.“ Ehrlich gesagt, auch Eltern können Fehler machen. Sogar der barmherzige Vater. Ich glaube, er hat wirklich etwas falsch gemacht. Er hat die Treue seines daheimgebliebenen Sohnes als selbstverständlich hingenommen. Und sich offenbar daran gewöhnt. Warum hat der gute Vater denn diesem Sohn nie gesagt, wie sehr er sich freut, dass er daheim geblieben ist und am Hof mithilft?

„Es genügt nicht, die Kinder zu lieben, sie müssen auch spüren, dass sie geliebt werden“, sagt viele Jahrhunderte später der heilige Don Bosco.