Auf religiöser Spurensuche in Zypern

Themen: Religion in Zypern; Zum 90. Geburtstag von Christa Wolf; Tanz für Menschen mit Behinderung; Bibelessay von Wolfgang Treitler

10.000 Jahre Kultur – Auf religiöser Spurensuche in Zypern

Zypern liegt im östlichen Mittelmeer, dort, wo Europa, Asien und Afrika aufeinandertreffen. Die Türkei ist nur 65, Syrien nur 95 Kilometer von der Küste entfernt. Diese einzigartige geografische Lage hat die Geschichte und Kultur der Insel seit mehr als 10.000 Jahren geprägt: Seit der Antike folgten den mykenischen Griechen viele weitere Kulturen, darunter die Phönizier, Assyrer, Ägypter, Römer und Franken, die Venezianer, Osmanen und Briten.

Lebenskunst
Sonntag, 17.3.2019, 7.05 Uhr, Ö1

Sie alle ließen sichtbare Überreste ihrer Anwesenheit auf Zypern zurück, klassische griechische Tempel sowie römische Theater und Villen mit prachtvollen Mosaiken, frühchristliche Basiliken, byzantinische Kirchen und Klöster. An den Küsten zeugen Kreuzfahrer-Kastelle und venezianische Festungen von erbitterten Schlachten um wichtige Häfen, Gebäude aus der britischen Kolonialzeit erinnern an die jüngere Geschichte, und in den wichtigsten Städten der Insel stehen bis heute griechisch-orthodoxe und katholische Kirchen unterschiedlicher Baustile neben Moscheen und neu erbauten Synagogen.

Zypern Lazarus-Kirche

ORF/Maria Harmer

Die zypriotisch-orthodoxe Lazarus-Kirche

Politisch ist die Insel seit 1974 de facto geteilt: Der Süden wird von der Republik Zypern regiert, der Nordteil steht unter Kontrolle der türkischen Republik Nordzypern, die völkerrechtlich nur von der Türkei anerkannt wird. Der bedeutendste zypriotische Flughafen befindet sich in der Nähe der südlichen Küstenstadt Larnaka, wo sich Maria Harmer auf die Suche nach längst vergangenen und bis heute lebendigen religiösen Traditionen gemacht hat. Eine Reportage im Rahmen des Ö1-Themenschwerpunkts „Nebenan: Zypern“.

Wider den Utopieverlust - Zum 90. Geburtstag von Christa Wolf

„Sind Sie, sei es auch nur von ferne, ein religiöser Mensch?“ ist die 2011 verstorbene deutsche Autorin Christa Wolf – am 18. März würde sie ihren 90. Geburtstag feiern – einmal gefragt worden.

„Nein, wenn damit eine Kirchenreligion gemeint ist“, hat sie geantwortet. „Nach der Konfirmation war das Thema Religion erst mal für mich erledigt. Nach dem Krieg, als alles, woran ich geglaubt hatte, zusammengebrochen war, habe ich intensiv nach einem neuen Glauben gesucht, zunächst in der Kirche. Später – ach, wissen Sie, es gab einfach zu vieles, was mir nicht einleuchtete: die unbefleckte Empfängnis Marias zum Beispiel oder die Auferstehung von den Toten. Das erschien mir zu irrational.“ Und doch hat sie geschrieben „einmal im Leben zur rechten Zeit sollte man an Unmögliches geglaubt haben“ – und gegen den Utopieverlust (besonders ihrer Heimat DDR) gekämpft. Einer ihrer bekanntesten Romane – Kassandra – hat als Titelfigur eine Priesterin und Prophetin. Die Germanistin Ingrid Pfeiffer vom Forum Katholischer Erwachsenenbildung in Österreich hat sich Gedanken über das Werk der großen deutschen Schriftstellerin gemacht.

Wider den Utopieverlust

„Ich bin ok“ – Tanz für Menschen mit Behinderung

Ich bin ok – viele kennen das als selbstbewussten Ausdruck heranwachsender Kinder. Dem man mitunter rhetorisch wenig entgegen zu halten hat, auch wenn man selbst ganz anderer Ansicht ist. 40 Jahre ist es bereits her, dass der Grundstein für den Verein „ich bin ok“ gelegt und damit eine Möglichkeit geschaffen wurde, dass Menschen mit Behinderung (viele davon mit Down-Syndrom) zusätzliche Ausdrucksmöglichkeiten eröffnet werden – in Form von Tanz. Was damals als Gruppe begonnen hat, ist im Laufe der vergangenen vier Jahrzehnte zu einer komplexen Struktur angewachsen – und zu einer fixen Größe innerhalb der Wiener Tanzszene.

Brigitte Krautgartner hat im Vorfeld des Welt-Down-Syndrom-Tages am 21. März eine Trainingseinheit besucht.

Der „verklärte“ Jesus – Bibelessay zu Lukas 9, 28b - 36

Momente, in denen man einfach nur strahlt, die kennt wohl jeder und jede. Wenn es um ein besonderes Erfolgserlebnis geht, etwa um eine außerordentlich gute Neuigkeit – oder eine ganz spezielle Begegnung. Eine solche – mit einem Grandseigneur der jüdischen Literaturszene (Aharon Appelfeld, 1932 - 2018) – beschreibt der Wiener katholische Fundamentaltheologe und Judaist Wolfgang Treitler in seinem Bibelessay, - und er setzt dieses Erlebnis mit dem sogenannten Tabor-Ereignis in Beziehung, jener Evangelienstelle, die am sogenannten zweiten Sonntag der Fastenzeit in den katholischen Kirchen gelesen wird. Darin wird der am Berg Tabor betende Jesus „verklärt“, also von einem weißen Licht umhüllt, beschrieben.

Bibelessay zu Lukas 9, 28 – 36

Moderation: Martin Gross

Lebenskunst 17.3.2019 zum Nachhören (bis 16.3.2020):

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