Verhüllen, um neu zu sehen: Fastentuch

Themen: Momentum und Moritz-Weiß-Klezmer Trio; Fastentuch-Installation in der Wiener Michaelerkirche; Mark-Rothko-Retrospektive im KHM

Hildegard von Bingen goes Klezmer: Momentum und das Moritz-Weiß-Klezmer-Trio

Es ist Crossover von seiner besten Seite und erzählt von einem musikalisch-interreligiösen Dialog zwischen einem Gesangsensemble, das Werke früher Jahrhunderte interpretiert, und einem Klezmer Trio, genauer gesagt, dem Moritz-Weiß-Klezmer Trio. Gemeinsam mit dem Vokalensemble Momentum und dem Gambisten Georg Kroneis wird hier Transzendenz in ihrer klangvollsten Form geübt: Da werden religiöse Grenzen überstiegen, ebenso wie die Grenzen zwischen Epochen - dem Mittelalter und der Moderne.

Lebenskunst
Sonntag, 31.3.2019, 7.05 Uhr, Ö1

Osteuropäische Städtlmusik meets Musik der großen Universalgelehrten und Mystikerin Hildegard von Bingen aus dem 12. Jahrhundert. Was sich die jungen Musikerinnen und Musiker dazu denken - und vor allem, wie das klingt - das hat Brigitte Krautgartner in Erfahrung gebracht.

Verhüllen, um neu zu sehen: Fastentuch-Installation in der Wiener Michaelerkirche

Eine Einladung zur Stille und in die Reflexion - das ist der alte Brauch des Fastentuchs, der vor allem in katholischen Kirchen zunehmend neu belebt wird. In der vorösterlichen Fasten- oder Passionszeit verhüllen solche meist künstlerisch gestalteten Fastentücher das Altarbild oder das Kruzifix und bieten damit eine Art „Fasten für die Augen“ an.

Fastentuch Michaelerkirche Connor Tingley Peter Savic Sursum Carnes

Robert Passini

„Sursum Carnes“ von Connor Tingley und Peter Savic

So verdeckt derzeit in der Wiener Michaelerkirche eine riesengroße rote Installation den Hochaltar. Ein Werk der amerikanischen Künstler Connor Tingley und Peter Savic, das den Titel „Sursum Carnes“ hat, „Das Erhöhte Fleisch“. Judith Fürst hat es sich von der Kunsthistorikerin und Wiener Diözesankonservatorin Elena Holzhausen deuten lassen.

Spirituelle Bild-Sprache: Mark-Rothko-Retrospektive im KHM

An moderne Fastentücher erinnern auch die späten Gemälde des großen amerikanischen Künstlers Mark Rothko, der von 1903 bis 1970 gelebt hat: große Farbflächen, reduziert und doch reichhaltig; flächige Bilder, oft mit Rottönen, die die Betrachtenden zum meditativen Dialog mit dem Kunstwerk einladen. „Es ging ihm um die großen Fragen der Menschheit“, sagte sein Sohn Christopher Rothko anlässlich der Ausstellungseröffnung im Kunsthistorischen Museum Wien: „Warum sind wir hier? Was passiert, wenn wir sterben? Gibt es einen Gott?“ Die erste umfassende Rothko-Retrospektive in Österreich präsentiert einen Überblick über die Werke des Künstlers, von den frühen figurativen der 1930er Jahre bis zu den flächigen der 1950er und 1960er Jahre, mit denen Mark Rothko schließlich weltberühmt geworden ist. Brigitte Krautgartner hat den Kunstwissenschaftler Gustav Schörghofer - er ist auch Philosoph, Theologe und Jesuit - eingeladen, mit ihr die Ausstellung zu besuchen.

Von der ganz anderen Gerechtigkeit Gottes: Bibelessay zu Lukas 15, 1 - 3.11 - 32

Es ist eine durchaus aufwühlende Geschichte, die am sogenannten 4. Sonntag in der Fastenzeit in katholischen Kirchen als Evangelium zu hören ist: das von Jesus erzählte Gleichnis vom verlorenen Sohn - oder auch vom guten Vater, wie man will. Zu finden im Neuen Testament bei Lukas, verfasst um das Jahr 70. Für LEBENSKUNST hat sich Markus Schlagnitweit Gedanken zu diesem Text gemacht. Er hat katholische Theologie und Sozialethik studiert und ist derzeit Akademikerinnen- und Künstlerseelsorger der Diözese Linz sowie Rektor der Ursulinenkirche in Linz.

Bibelessay zu Lukas 15, 1 – 3. 11 – 32

Moderation: Doris Appel

Lebenskunst 31.3.2019 zum Nachhören (bis 30.3.2020):

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