„Die Blüten der Lotusblume“

Buddhistische Vielfalt in Österreich: Es war im 17. oder 18. Jahrhundert im Himalaya-Gebiet, als erstmals ein Österreicher, ein Jesuitenmissionar, in Kontakt mit dem Buddhismus kam.

Er lernte die Vajrayana-Tradition, auch „Diamantfahrzeug“ genannt, kennen, die hauptsächlich den Buddhismus Tibets prägte. Und auch heute noch ist die Vajrayana-Tradition in Österreich unter allen buddhistischen Strömungen die am weitesten verbreitete.

Tao
Samstag, 18.5.2019, 19.05 Uhr, Ö1

Ein Besuch bei Buddhas Schülern am Vorabend des Vesakh-Festes

Lange Zeit war der Buddhismus in Österreich Gegenstand wissenschaftlichen Interesses, weniger eine spirituelle Option. Eine Religion ohne Gottesglaube und ohne Dogmen war vielen fremd. Das änderte sich in den 1960er Jahren: „Exotische“, asiatische Traditionen wurden interessant und buddhistische Literatur wurde einem größeren Publikum zugänglich. Österreich war eines der ersten europäischen Länder, das den Buddhismus offiziell als Religion anerkannt hat. Die Österreichische Buddhistische Religionsgesellschaft (ÖBR), gegründet 1983, ist die offizielle Vertretung der Buddhist/innen hierzulande und organisiert beispielsweise den buddhistischen Religionsunterricht oder Kranken- und Sterbebegleitung. Präsident der ÖBR ist seit 2006 Gerhard Weißgrab. Doch nicht alle Buddhistinnen und Buddhisten sind unter dem Dach der ÖBR versammelt, das buddhistische Leben ist im sogenannten Westen, auch in Österreich, von einer enormen Vielfalt gekennzeichnet: vom Zen-Meditationszentrum in Wien bis hin zum tibetischen Kloster mitten in Vorarlberg.

Und auch friedliebende Buddhistinnen und Buddhisten haben es manchmal schwer: Der Bau eines Stupa, eines sakralen, buddhistischen Bauwerks, hat vor einigen Jahren für hitzige Diskussionen in Niederösterreich gesorgt, in Grafenwörth bei Tulln konnte man schließlich einen Platz dafür finden. Dabei ist dieser Stupa nicht der erste und einzige in Österreich: Die Friedenspagode am Wiener Handelskai, der Stupa am Freinberg in Linz, der Friedensstupa im Volksgarten in Graz und der kleine Stupa bei Feldkirch sind schon länger sichtbare Beispiele buddhistischen Lebens in Österreich. Ein Besuch bei Buddhas Schüler/innen – am Vorabend des Vesakh-Festes, das von den Vereinten Nationen als internationaler Feiertag anerkannt ist.

Gestaltung: Kerstin Tretina

Tao 18.5.2019 zum Nachhören (bis 17.5.2020):

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